Miami Little Havana: Faszinierendes Lateinamerika in Florida

Miami Little Havana

Miami Little Havana

Kuba liegt von Florida nur einen Katzensprung entfernt, und trotzdem: die Karibik-Insel scheint gefühlt ganz weit weg vom Festland zu liegen. Welten trennen das gestylte, US-amerikanische Miami einerseits von der kubanischen Hauptstadt Havanna mit ihrem melancholisch-morbiden Charme andererseits. Doch es gibt einen Ort, wo beides aufeinandertrifft und ein Stück Kuba mitten in der „westlichen“, urbanen Kultur Miamis lebendig ist: Little Havana (oder Little Havanna), der Stadtteil der Exilkubaner in Floridas Metropole.

Rund eine Million aus Kuba stammende Menschen leben im Großraum Miami. Demzufolge ist Miami die größte kubanische Stadt außerhalb der Insel. Und Little Havana ist ihr pulsierendes Zentrum. Der Stadtteil erstreckt sich westlich von Downtown und wird im Norden vom Miami River, im Süden von der die 11th Street, im Westen von der 22nd Avenue begrenzt.

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Einflussreiches Little Havana in Miami

Exilkubanern gehören in Miami große Unternehmen und Banken. Sie kontrollieren die gesamte Zigarrenproduktion und unterhalten Stiftungen sowie die politische Organisation „Cuban American National Fondation“ (CANF), die mittlerweile zu einer der stärksten Lobbygruppen der USA zählt. Außerdem gibt es einen Radiosender, der von Key West aus die kubanische Insel mit Nachrichten aus dem freien Amerika beliefert. Der Name „Little Havana“ kam in den 1960er Jahren auf, während der Zustrom der Kubaner nach Miami signifikant anstieg.

Überall in Miami Little Havana duftet es heute nach Kaffee, Tabak und Zuckerrohrsaft. Besonders lebhaft geht es in den zahlreichen quirligen Gassen zu und dort, wo im Schatten alter Bäume Männer handgedrehte Zigarren rauchen und Domino spielen und im Haus gegenüber karibische Musik erklingt. Hier betreiben die Menschen afrikanische Rituale und das Leben insgesamt scheint ein bisschen beschaulicher als im mondänen Miami Beach. Willkommen im Maximo Gomez Park, den die Leute einfach den Gomez Park nennen.

Der Gomez Park in Miami Little Havana

Der Gomez Park ist jedenfalls das unbestrittene Zentrum des Viertels. Er ist dem kubanischen Revolutionär Maximo Gomez gewidmet, der im späten 19. Jahrhundert das unter spanischer Herrschaft ächzende Kuba befreite. Dabei schwächte er das spanische Heer so sehr, dass der militärische Sieg der Vereinigten Staaten im Spanisch-Amerikanischen Krieg erst möglich wurde.

Am Rande des Gomez Park verläuft die nicht minder bekannte Calle Ocho (zu deutsch: Achte Straße). Sie steht im Ruf, die größte Party-Meile des Stadtteils zu sein. In der Calle Ocho findet jeden letzten Freitag des Monats der „Viernes culturales“ statt, der „kulturelle Freitag. Hier feiert ausgelassen ganz Miami Little Havana mit seinen zahlreichen Künstlern – typisch kubanisch eben. Das größte Fest in der Straße jedoch ist das mehrtägige Calle Ocho Festival, das jedes Jahr mehr als eine Million Besucher aus der ganzen Welt anzieht.

Das Calle Ocho Festival in Miami Little Havana

Eine Empfehlung für das Fest: Trage leichte Kleidung und bequeme Schuhe, benutze ordentlich Sonnencrème und vergiss deine Diät! Diese Vorsätze reichen aus für das nach Angaben der Organisatoren größte Straßenfest der Welt. Mit einer Vielfalt an Attraktionen für Groß und Klein. Was 1978 im kleinen Stil begann, hat sich im Laufe der Jahre zu einem großartigen und gut besuchten Karneval entwickelt. Hunderte von Straßenkünstler, Clowns, Musiker und Entertainer locken neben den exotischsten Lebensmitteln aus der kreolischen Küche Touristen und Einheimische.

Ebenfalls in der Calle Ocho in Miami Little Havana befindet sich ein sehenswerter sog. „Botanica“-Laden mit allem, was die Anhänger der Santeria-Religion benötigen. In den Regalen stehen Figuren von St. Lazarus, dem Patron der Armen sowie Marienfiguren. Desweiteren Räucherstäbchen für schnelles Glück, Öle für spirituelle Zeremonien, tropische Pflanzen für die Heilung von Körper und Geist. Und überhaupt alle Zutaten für Voodoo-Rituale. Die Santeria-Religion – eine Mischung aus westafrikanischen Volksreligionen und dem Christentum – brachten die Exil-Kubaner aus ihrer Heimat mit. Viele Santeria-Anhänger sind offiziell Mitglieder der katholischen Kirche, praktizieren aber die gleichen alten Rituale der ursprünglich christianisierten Sklaven.

Bei einem Besuch in Little Havana ist es außerdem vorteilhaft, ein paar Brocken Spanisch zu verstehen. Englisch verstehen die Kubaner hier eher nach Lust oder Laune… Inzwischen haben sich neben Kubanern zudem Menschen aus Honduras und Nicaragua angesiedelt. Alles in Allem ist ein Besuch von Miami Little Havana die beste Gelegenheit, um in den USA die faszinierende lateinamerikanische Kultur kennenzulernen.

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