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Harley Las Vegas mieten – Erfahrungsbericht

Harley Las VegasDie Abholung meiner Harley Las Vegas beginnt schonmal bequem: Ich werde vom Hotel, in dem bereits zweimal gepennt habe, von einem Mitarbeiter zur Firma EagleRider transferiert. Nach ca. zehnminütiger Verspätung steht ein alter weißer Van vor dem Hilton. Ich vermute mal ein Ford Mitte der 70er. Ziemlich abgeschrubbt und verdengelt bildet er einen amüsanten Kontrast zu dem aufgesetzten Glitzer des vermeintlichen Luxushotels.

Harley Las Vegas Motorradvermieter – Mitarbeitergeschichten

Es geht den Strip Richtung Süden bis zur Tropicana, in die biegt der Fahrer nach rechts ab. Es staut sich fortwährend und wir haben Zeit ein wenig zu plaudern. Der Fahrer erzählt mir, dass es so das ganze Jahr geht. Also wie in jeder anderen Großstadt auch oder? Nicht ganz, dazu kommen ja noch die Millionen an Touristen.
Und tatsächlich: Gegenüber den 600.000 Einwohnern stehen unfassbare 42,9 Millionen, die Las Vegas 2016 besucht haben (Quelle: Las Vegas Sun).

Ich frage ihn weiter, ob es ihm trotz der vielen Besucher gefällt in Vegas zu leben. Ja, denn die konzentrieren sich ja alle rund um den Strip. Außerhalb davon sieht man so gut wie keine. Das beste an der Stadt ist, dass es so unglaublich viele Events gibt. Man kann jeden Tag auf ein anderes Konzert, zu verschiedenen Veranstaltungen gehen. Ständig finden interessante Messen, bedeutende Ausstellungen statt. Alle Stars und berühmten Künstler kommen nach Vegas. Klingt plausibel, so hatte ich das noch nie gesehen.

Las Vegas ist auch eine ganz normale Großstadt

Nachdem er vor dem Orleans Hotel nach links in die Arville Street einschwenkt, wird es ruhiger. Eine ganz normale US-amerikanische Großstadt tut sich auf. Irgendwie irritierend, wenn man sich ausschließlich im künstlichen Strip-Theater aufhält. Immer gerade aus an typisch amerikanischer einstöckiger Bebauung vorbei, mit einem Meer an Teer für Parkplätze. Schon bald sind wir am Ziel, an der 7660 Dean Martin Drive. Vor dem Laden unzählige Bikes, im Shop dasselbe.

Ankunft beim Vermieter
Harley Las Vegas, Eagle Rider Shop

Da ich nach meiner Wiederkehr in ein anderes Hotel umziehen werde, habe ich mein Gepäck dabei. Für die Aufbewahrung wird im ersten Stock ein Raum vorgehalten. Dort stelle ich meine halbleere Reisetasche – das meiste sind ja Mopedklamotten, die ich jetzt anhabe – zu bereits vorhandenem Gepäck. Erstes Problem gelöst.
Harley Las Vegas, Eagle Ride Gepäckaufbewahrung

Da ich in Deutschland vorgebucht hatte, waren die Formalitäten mit Drivers License und Visa Card problemlos. Draußen vor der Tür wartet meine hübsche mattschwarze Harley Sportster. Ein Mitarbeiter geht anschließend mit mir raus und weist mich in die Maschine ein, mit der ich die nächsten sieben Tage verbringen werde. Auch das unkompliziert und schmerzlos.

Helmprobleme

Komplizierter ist die Sache mit dem Helm. Ich habe natürlich meinen nicht mitgebracht, da ich davon ausgegangen bin, dass ein Motorradverleiher auch ein Helmverleiher ist. Dem ist auch so. Einen ganzen Raum rummsvoll mit Helmen gibt es hier. Aber leider nur Calimero-Eierschalen. Nix mit Visier, geschweige denn integral. Ist vermutlich uncool, somit nicht standesgemäß für eine Harley. Heißt: Bei so einem Helm muss ich mir eine Sonnenbrille kaufen. Nicht nur als Schutz vor der Sonne, sondern vor allem um Staub, Sand und Insekten von den Augen fernzuhalten.

Harley Las Vegas, Eagle Rider Helme

Bevor ich abrausche führe ich noch ein kleines Interview mit einem Harley-Bediensteten, der mit verrät: Die Firma hat um die 800 Maschinen im Verbund, ständig ca. 100 Bikes im Verleih und hat hier in Las Vegas das Monopol. Die Firma ist auch Händler sowie Reiseveranstalter.

Die langen Geraden mit wenig Verkehr sind ideal, um ein wenig mit dem Handling vertraut zu werden. Es wird aber bereits dunkel, also zurück zum Hotel. Noch einmal schlafen, frühmorgens raus, Satteltaschen packen und zu meiner Motorradtour USA West aufbrechen.

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Biker Tour – Las Vegas vorher und nachher

Biker Tour, Las Vegas Strip Tropicana Avenue

Las Vegas für Anfänger – Vor der Biker Tour

Das erste Mal Las Vegas hab ich mir schlimmer vorgestellt: assiger, bedrunkener und hemmungsloser. Drogen, Nutten, Horden an Testosteron gepimpten Rüden jeglichen Alters und Coleur.
Im Vergleich zu europäischen Feierhauptstädten wie Berlin oder Amsterdam ist die selbsternannte »sin city« eher familientauglich. Was auch die erklärte Absicht ist, nicht nur weil finanziell interessanter.
Ich würde es eher mit einem Vergnügungspark wie Orlando bezeichnen. Da kann sich Papi sein Bier kaufen (kann das eine Sünde sein?), während Mutti und Kiz ihr Vergnügen bei Eis und Shopping-Malls haben.
Die Meile der Plastikillusionen, der Strip bietet dazu ausgefeilte Einkaufswelten, in denen einem nicht nur die weltbekannten Brands nur so um die kaufverzückten Augen und Ohren geschlagen werden.

Relaxen im Hilton

Hilton Grand Vacations Pool, vor der Biker Tour Hotel Number One vor meiner Biker Tour ist das Hilton Grand Vacations am Strip. Der edle Glitzer ist sicherlich nur Schein, im Grunde nämlich ein stockbiederes Hotel, das auf schicki macht. Trotzdem eine gute Wahl: Ohne Casino, entspanntes Flair, unaufdringliches Personal, angenehme Poollandschaft zum Abfaulen. Und mit Mikrowelle, Kühlschrank, Kaffee-/Teezubereiter alles, was man zu einem allerersten Frühstück braucht.

Ich bin kein Spieler, keine Slotmachine, kein Roulette, brauche auch kein Lotto. Denn die Wahrscheinlichkeit kommt vor dem Glück im Spiel. Und die ist gering. Glück hab ich noch weniger. Deswegen lasse ich die Finger davon. Außerdem vermute ich, dass es für hier den gemeinen Touri hinsichtlich einer realistischen Gewinnchance generell finster aussieht. Schließlich wurde diese Wüstengaudi in den 1930er Jahren von professionellen Gangstern hochgezogen.

Belangloses und Bagatellen

Biker Tour, Las Vegas SpielautomatenDas Rauchen ist in den »casino areas« der Hotels erlaubt. An den Spielautomaten sitzen vorwiegend US-Rentnerinnen. Praktisch: Pinkeln in den Restrooms der Casinos möglich.

Im Venetian-Hotelkomplex die perfekte Plastikkulisse auf italienisch, sogar Laura Pausini wimmert aus den Lautsprechern. Lustig: Die angemalten Wolken an der Decke bewegen sich beim Gehen!

Ein Fahrstuhlführer im 107 Stockwerke hohen Stratosphere Tower fährt täglich 7 Stunden Aufzug! Mit einer Stunde Pause in der Halbzeit.

Es gibt zwei Arten von Bussen, die entlang des Strips fahren: »Express«, die nur jede dritte oder vierte Haltestelle anfahren und die »Deuce«, die an jedem Abfallkorb halten.

Downtown Las Vegas: Rund um den Rummel in der Fremont Street vorwiegend Anwälte, Antikläden, Sex und Bail Bonds (Agenturen für eine Art Kautionssystem).

An nahezu jeder Kreuzung am Strip Rolltreppen, die nicht über Straße sondern straight in die nächste Shopping-Mall führen. In einer solchen ein Dialog zweier deutscher Touristinnen:
»Eva, ist das die abgezippte Hose?«
»Nein, das ist die blaue, die ich gestern gewaschen habe.«
»Ach so, ich dachte das wäre die abgezippte Hose. Mein Gott, was wir alles für Hosen dabei haben!«

Bloß weg hier!

Ich werde an meinem dritten Tag vom Hotel abgeholt mit einem alten schäbigen Van (Vintage!) und zu meiner Harley gebracht. Am darauffolgenden Morgen reite ich davon in die Weiten der Prärie auf meiner Motorradtour USA West.

Nach der Biker Tour Hardrock

Biker Tour, Hardrock Hotel EingangAnkunft Hardrock-Hotel, Fender Stratocaster-Gitarren in güldenem Massiv als Eingangstürgriffe. Innen die große Sause. Unzählige Slot Machines, Pokertische, Musik-Memorabilias, betrunkene Urlauber, Lachen, Klingeln, Glitzern, unterspült mit einem Journey-Heuler aus den 80ern.
In diesem künstlichen Alptraum reihe ich mich in die Warteschlange an der Registration ein. Drei Rocksongs später darf ich zum Check-In vortreten. Ich erwische natürlich einen Azubi. Nach dem ca. zehnten Fehler frage ich mich bei diesem Gäste-Aufkommen – hinter mir warten ungefähr 50 Rollkoffer –, ob die hier vorher keine Trockenübungen an der Software exerzieren. Mein leicht frustrierter Gesichtsausdruck lässt vermutlich seinen Lehrherrn einschreiten, der ziemlich angepisst die Anmeldung vollzieht.

Im 5. Stock im Zimmer angekommen – Enttäuschung: Ich blicke auf eine altweiße Parkhauswand. Also wieder runter zu meinem Azubi. Diesmal garniert AC/DC mein Warten. Meinem Wunsch nach einem Zimmerwechsel wird von einer schwarzen Kollegin erkennbar missmutig nachgegangen.
Zwei Stockwerke höher dann in 745 wenigstens der wirkliche »mountain view« über das Parkhauselend hinweg. Dafür brüllen auf dem Dach desselben Monsterlüftungen, die selbst bei geschlossener Fensterfront noch deftig in der Bude rumpeln. Ein landender Flieger donnert eine Handbreit übers Hotel. Super, auch noch in der Einflugschneise! Offensichtlich ist Lärm in allen Facetten Teil des Hotelkonzeptes. Weiteres Minus: Kein ansonsten übliches Kaffeemaschinchen nebst Frühstücksigredienzien vorhanden. Hier musst du alles kaufen und wirst auch ständig darauf hingewiesen. Positiv: Das Zimmer groß, das Bett fett, TV-Leinwand, alles in edlem Black & White gehalten.

Morgens nächster Zimmerwechsel

Zimmeraussicht vom Hardrock Hotel, nach der Biker TourAm nächsten Morgen entscheide ich mich für einen Zimmer-Upgrade, nachdem ich erfahren habe, dass dieser lediglich $ 20 pro Nacht kostet. Ich wechsle folglich auf die andere Gangseite und zwei Stockwerke höher in die 906, bezugsfertig aber erst ab 2 p.m. Der Ausblick von hier: Die palmengesäumten Pools des Hotels, im Norden begrenzt vom Quergebäude. Westlich der Strip, wo sich das Paris, Venetian und Linq mit Riesenrad sowie das Encore und Wynn in einer Skyline von hinten zeigen. Schon bedeutend besser. Aber wieder: Von einem niedrigen Seitendach lärmt ein kreisrundes Lüftungsmaul mit ca. einem Meter Durchmesser. Keine Chance! Selbst die Partymucke, mit der die Palmenlandschaft beschallt wird, kommt hier oben nicht dagegen an.

Der Weg zum Strip erscheint mir elend lang, weil auch ich in diesem Open-Air-Rummelplatz den optischen Täuschungen erliege. Ein Zeitstopp verrät: nur 20 Minuten bis zur Kreuzung Harmon/Strip, also ca. eine Meile. Die riesigen Hotelkomplexe sehen viel näher aus als sie sind.
Die relative Entfernung zum Strip ist für das Hardrock vermutlich ein Vorteil. Das hält die Gäste im Hotel und sie geben ihr Geld dort aus. Schließlich sind solche Burgen eigene Ferienstädte mit allem, was man eben so braucht: Unterhaltung und Party in allen Schikanen sowieso. Essen, Trinken, Einkaufen, Sport, Wellness, Pool und Sonnenbaden etc. – da muss man nirgendwo anders hin.

Möchte ich aber!

Biker Tour, Las Vegas Strip TouristenDer permanent-lautstarke Rummel geht mir nach den einwöchigen, herrlichen Naturerlebnissen mit der Harley ziemlich aufs Gebälk. Im Gegensatz zur Biker Tour ist das hier nur alkoholisiert zu ertragen. So wie beispielsweise das Oktoberfest. Eines der zehn Gebote hier im Hotel: Du sollst trinken! Nix da, schräg gegenüber auf der anderen Seite der Paradise Road gibts einen 24/7 CVS. Dort versorgen sich, wie ich schnell feststelle, zahlreiche Hotelgäste mit Stoff. So auch ich. Mit meinem »liquored & malted« Bier mit immerhin 8.1 Volt in der Büchse, mache ich mich auf zum Abendspaziergang und lasse mich von den gut gelaunten Tourimassen am Strip anstecken.

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Motorradreise USA auf einer Harley durch den Südwesten

Motorradreise USA auf der Harley Davidson

1.500 Meilen auf einer Harley Davidson

Big Bike Adventure einmal rund um den Grand Canyon ab/bis Las Vegas

Idee und Planung der Motorradreise

Mit einer Harley auf den langen Geraden des Südwestens?! Die Idee der Motorradreise kam spontan. Zehn Tage Reisedauer, davon sieben Motorradtage. Mehr Zeit war diesmal nicht. Die Reisebuchung ging fix, da die Route mehr oder weniger feststand und bei einer Wochentour nicht viele Kursabweichungen drin sind.

Der Plan ging so: Nonstop-Flug mit Condor und Vorübernachtung in einem Flughafenhotel in Frankfurt. Nach der Ankunft in Las Vegas ausschlafen. Dann Übernahme der Harley Davidson Heritage Softail und sieben Tage Motorradrundreise mit Übernachtungen in günstigen Motels. Zum Abschluss wieder eine Nacht in Las Vegas.

Samstag, 19.10., Zugfahrt Nürnberg – Frankfurt, Hotel Hilton Airport

Es ist so weit. Entspannte ICE-Bahnfahrt per Rail & Fly von Nürnberg nach Frankfurt am Samstagabend und Einchecken im Hilton Airport, das mit direktem Zugang vom Fernbahnhof sehr praktisch gelegen ist. Ein Blick in die Minibar lässt mich schaudern: das Bier EUR 6,75! Also gut, dann eben nicht. Außerhalb des Hotels, im futuristischen Gebäude namens »The Squaire« und im Umfeld des Fernbahnhofs wird es preiswerter.

Sonntag, 20.10., Flug Frankfurt – Las Vegas, Hotel Tropicana

Der Sonntagmorgen beginnt relaxt mit einem ausgiebigen Frühstück vom gut bestückten Buffet des Hilton Hotels. Nach dem Check-Out folgt nach kurzem Weg ins Terminal 1 der Check-In bei der CONDOR. Abflug 11:30 Uhr, die empfohlene Check-In-Zeit 08:30 Uhr. Na ja, 09:00 Uhr reicht auch. Wie sich herausstellt grade noch! Es dauert doch alles seine Zeit! Überall, also am Check-In, an der Passkontrolle und am Sicherheitscheck stehen auch am Sonntagmorgen schon lange Schlangen.

Alles geschafft, ich sitze anschließend im Flugzeug. Pünktlicher Abflug, sehr freundliches und zuvorkommendes Personal, dafür Komfort, Bordunterhaltungssystem und Ausstattung des Flugzeuges eher 90er Jahre und angestaubt. Aber nonstop nach Las Vegas fliegt eben nur CONDOR! Zehn Stunden Flug über Schottland, Grönland, Kanada und den mittleren Westen der USA.

Ankunft um 14:30 Uhr Ortszeit in Las Vegas

Nach dem Aussteigen recht zügige Einreiseprozeduren an der Immigration, Wartezeit nur ca. 20 Minuten. Elektronische Fingerabdrücke, Foto, das ganze Programm, aber der Officer ist überaus freundlich.

Motorradreise, Shuttlebus am Flughafen Las VegasInzwischen Gepäck vom Band geholt, draußen im Ankunftsbereich zum Shuttle-Schalter gegangen und meinen Voucher vorgelegt. Der Shuttlebus wartet bereits und ab geht es ohne Wartezeit zu meinem Hotel Tropicana am südlichen Las Vegas Strip. Der Eingang des Hotels und die Rezeption schließen unmittelbar an das Casino an und der Geräusch- und Lichtpegel machen mir unmissverständlich klar: Ich bin in Las Vegas. Das Zimmer, das mir unkompliziert zugewiesen wurde, ist hell, frisch renoviert und macht einen sehr guten Eindruck.

Motorradreise, Las Vegas StripErste, etwas übermüdete Schritte auf dem Las Vegas Boulevard, genannt »The Strip«. Musik aus tausend Lautsprechern, Glitzerlicht aus tausend Lampen und Menschen aus tausend Ländern. Die Vergnügungsmaschinerie läuft bereit nachmittags um Vier auf vollen Touren. Mit einbrechender Dämmerung potenziert sich der Lichterglanz und die Stadt funkelt und glitzert wie der buchstäbliche »Diamond in the Dessert«. Die abendliche Auffahrt auf den nachgebauten Eiffelturm vor dem Hotel Paris lohnt unbedingt, wenn auch die Fotomöglichkeiten durch Gitter stark eingeschränkt sind. Der Ausblick auf das Lichtermeer jedoch ist überragend.

Montag 21.10., Stadtrundfahrt Las Vegas und Harley Softail

Motorradreise, Eagle Rider VermietstationAm nächsten Morgen Frühstücksbuffet zu 20 Dollar, danach Anruf bei EagleRider und den Transfer für die Motorradmiete klargemacht. Das Gepäck wird ebenfalls für die Motorradreise tauglich gemacht und umgepackt. Der Koffer soll ja nicht aufs Bike sondern beim Vermieter deponiert werden.
Anschließend eine deutschsprachige Stadtrundfahrt, danach drei Stunden durch die Stadt gelaufen und Fotos gemacht, von all den Hotels und Attraktionen, die man so oft schon auf unzähligen Bildern gesehen hat.

Zur Vermietstation

Pünktlich um 16:00 Uhr steht der Kleinbus vor dem Hotel und Steve, der Fahrer, begrüßt mich mit Handschlag. Kurze Fahrt zur Vermietstation und da steht sie schon vor der Tür, meine Begleiterin für die nächsten sieben Tage: Schwarz, chromglänzend, frisch geputzt und vollgetankt, die Harley Davidson Heritage Softail. Für mich was völlig neues, da ich zu Hause mit bayrischem Tourengerät unterwegs bin.

Motorradreise, Eagle Rider MotorradhelmDer Koffer verschwindet in den hinteren Räumen und ich werde in eine Kammer geschickt, um mir einen Helm auszusuchen. Nach kurzer Einweisung auf dem Bike, und einer Warnung, den Schlüssel nicht zu verlieren schickt mich Steve vom Hof. Die Sache mit dem Schlüssel ist bei dieser Harley ungewohnt, da man das Teil auch ohne Schlüssel starten kann, und er ausschließlich zum Absperren benötigt wird..

Die Sitzposition, Beine nach nach vorne auf die Trittbretter, und die für meine Begriffe lasche Bremswirkung sind gewöhnungsbedürftig. Aber der bequeme Sofa-Sitz und das dunkle Blubbern der zwei Zylinder schlagen mich innerhalb kürzester Zeit und nach wenigen Metern in ihren Bann. Vorsichtige Rückfahrt zum Hotel, gut abschließen, noch ein Foto… Ich kann es kaum erwarten morgen früh durchzustarten.

Die Tagesetappen der Motorradreise

1: Las Vegas – Zion Nationalpark
2: Zion – Red Canyon – Bryce Canyon
3: Bryce Canyon – Lake Powell – Page
4: Page – Antelope Canyon – Monument Valley
5: Monument Valley – Canyon de Chelly – Chinle
6: Chinle – Hopi – Grand Canyon
7: Grand Canyon – Route 66 – Las Vegas

Dienstag, 22.10., Etappe 1: Las Vegas – Zion Nationalpark

Los geht die Motorradreise USA auf meiner Harley! Doch zuvor ist das Pony zu packen. Die nicht verschließbaren ledernen Packtaschen erweisen sich jedoch als wenig praktisch. Die Öffnung oben ist um einiges schmäler, als der Querschnitt am Boden der Taschen. Regenzeug und Motorradausrüstung in extra Säckchen verpackt und einzeln in die linke Packtasche gestopft. Die rechte Tasche wird schließlich zur Kameratasche erkoren.

Also stopfen, stopfen, stopfen. Die Ortlieb Rack-Pack-Tasche mit den mitgebrachten Spanngurten auf den Rücksitz zu schnallen erweist sich als gute Idee, da die Gepäckbrücke unterdimensioniert ist und man sich, sofern kein Sozius mitfährt, während der Fahrt noch an der Tasche anlehnen kann.

Jetzt aber los!

Raus aus der Stadt auf der Tropicana Avenue geradewegs nach Osten. Mit schier endlosen Rotphasen verzögern die Ampeln das Verlassen der Stadt. Mein erstes Ziel, der Lake Mead. Nördlich am Lake Mead vorbei schlängelt sich ein schöne Straße, die sehr geeignet ist, mich mit der Harley vertraut zu machen. Sie ist zwar gebührenpflichtig, aber mit wenig Verkehr und schönen Seeblicken in Richtung des Valley of Fire.

Im Visitor Center mit Museum muss man Eintritt bezahlen, aber es lohnt sich. Auf einem kurvigen Sträßchen in Wüstenumgebung mit dem Motorrad immer zwischen roten Sandsteinformationen hindurch. Weiter über Overton zur Interstate 15, was in diesem Fall eine vierspurige Autobahn in Richtung Zion Nationalpark ist.

Motorradreise, Zion Nationalpark

Der erste Tankstopp ist schon vor der Auffahrt auf den Interstate nach 120 Meilen fällig. Ich weiß ja noch nicht wie viel die Harley schluckt und wie dicht das Tankstellennetz ist. Für letztere Information zeigt sich das Navi im Verlauf der Reise als brauchbar.

Nach ca. 90 Minuten mit 75 Meilen pro Stunde Höchstgeschwindigkeit auf der Interstate geht es zum Glück schon wieder runter von der Autobahn. Es locken die roten Gipfel des Zion Nationalparks am Horizont, wo ich am späten Nachmittag ankomme.

Ankunft im Zion Nationalpark

In Springdale, dem Tor zum Park, hält es mich nicht und ich kaufe mir sofort den Parkpass für Motorradfahrer zu 12 $. Damit fahre ich die kurvige Strecke hinauf Richtung Parkende, bis kurz nach einem ca. 1,5 Meilen langen, unbeleuchteten Tunnel.

Videoausschnitt Motorradreise USA auf einer Harley Davidson Softail durch den Südwesten

Super Kurven, in die sich die Heritage Softail für mich überraschend, gut und willig hineinschmiegen lässt. Wären da nicht die Trittbretter, die schon bei geringer Schräglage Funken auf dem Asphalt sprühen. Die grandiose Felslandschaft, geschmückt von herbstlich gelb gefärbten Laubbäumen und gerahmt von strahlend blauem Himmel, lässt aber die Irritationen schnell in Vergessenheit geraten.

Zufrieden und müde nach dem ersten Tag meiner Motorradreise in den USA fahre ich die schöne Strecke wieder zurück nach Springdale und beziehe mein gebuchtes Zimmer in der Pioneer Lodge. Geführt von einem freundlichen Inder, bietet sie neben einem Restaurant alles, was man für eine Nacht braucht. Abends bin ich erstmals froh, eine Fleece Jacke im Gepäck zu haben. Sobald die Sonne weg ist, wird es auch schon frisch. Man merkt die 2000 Meter Meereshöhe doch empfindlich.

Mittwoch 23.10., Etappe 2: Zion – Red Canyon – Bryce Canyon

Nachdem die geplante Strecke für den folgenden Tag nicht so lang ist, entschließe ich mich, morgens nach dem Frühstück mit dem kostenlosen Trolleybus in den für den Verkehr gesperrten Zion-Canyon einzufahren. Und hätte es bereut, wenn ich es nicht gemacht hätte…
Ein herbstliches Flusstal, eingerahmt von schroffen roten und weißen Felsmassiven. Es fällt mir nur das eine Wort ein: Grandios!

Motorradreise, Wildwechsel in Richtung Bryce CanyonMittags geht meine Motorradreise weiter in Richtung Bryce Canyon. Nochmals die schöne Passstraße durch den Zion Park und dann durch unspektakuläres Hügelland, stetig und fast unmerklich bergauf in Richtung Bryce Canyon. Unterwegs Begegnung mit Büffeln (im Gatter) und jede Menge überfahrenem Wild (am Straßenrand). Wildwechsel-Warnschilder sind definitiv ernst zu nehmen. Auf dem Weg wird unverhofft der Red Canyon durchfahren. Bei Sonne leuchtend rote Sandsteine bilden pittoreske Felstürme mit Straßentoren, die den nahen Bryce Canyon ankündigen.

Bryce Canyon, das gleichnamige Dorf, ist eigentlich nur eine Ansammlung von Lodges, Tankstellen und Souvenirshops. Es hat außer meiner gebuchten Unterkunft nicht viel für mich zu bieten. Zimmer bezogen im Best Western Ruby’s Inn, ab in den Park und bis Sonnenuntergang von Viewpoint zu Viewponit gegondelt. Skurrile Sandsteintürme und Felsentore sowie das ständig wechselnde Lichtspiel machen den besonderen Reiz des Bryce Canyons aus.

Motorradreise, Bryce CanyonGegen Sonnenuntergang wird es dann schon wieder richtig kalt. Ich befinde mich nun auf über 3000 Meter! Und so sieht auch die Vegetation schon aus: kahle Laubbäume und Gebirgsnadelbäume. Das Feuer im offenen Kamin der Lodge ist nicht übertrieben.

Donnerstag , 24.10., Etappe 3: Bryce Canyon – Lake Powell – Page

Morgens der Schock: Reif auf dem Motorradsitz. Es hat über Nacht gefroren. Nichts wie rein, in die wärmsten Klamotten und runter vom Berg. Zurück über den Red Canyon. Die auf meiner Karte eingezeichnete Straße vom Bryce Canyon direkt nach Süden erweist sich nach kurzer Recherche als Lehmpiste, die nicht ohne Allradantrieb und schon gar nicht mit einer Straßenmaschine befahren werden sollte.

Motorradreise, Sanddünen Coral Pink Sand Dunes State ParkAlso den Weg zurück über Red Canyon und Kanab in Richtung Lake Powell. Nicht aber ohne den kurzen Abstecher zum Coral Pink Sand Dunes State Park mitzunehmen. Dieser wenig besuchte Park glänzt mit riesigen Sanddünen, wie man sie nur von Bildern aus der Sahara kennt. Hier bietet sich ein Spaziergang durch die Dünen an und kann dabei allerhand über die Entstehung sowie Flora und Fauna der Wüste erfahren.

Motorradreise, Stausee Lake Powell in der WüsteAnkunft nachmittags am Lake Powell mit sensationellem Blick zum See. Ein riesiger blauer Stausee mitten in der weißen und grauen Wüste.

Auf dem restlichen Stück nach Page überquert man den Glenn Canyon auf einer Stahlgitterbrücke mit aufregendem Tiefblick zum Glenn Canyon Dam, dessen Existenz den Lake Powell bedingt, und bis 17:00 Uhr besichtigt werden kann.

Page ist ein kleiner ruhiger Ort, der vom See und dem Damm lebt. Einige gute Restaurants und Hotels mit tollen Ausblicken machen den Aufenthalt angenehm.

Freitag, 25.10., Etappe 4: Page – Antelope Canyon – Monument Valley

Motorradreise, Antelope Canyon

Nicht verpassen sollte man den in der Nähe von Page gelegenen Antelope Canyon. Dieser unterirdische Canyon mit einer schmalen Öffnung nach oben verzaubert den Besucher mit Lichtspielen in den zartesten Farben von Ocker über Rosa nach Dunkelrot. Die beste Besuchszeit der Farben wegen ist der Vormittag.

Ob man den Upper oder Lower Antelope Canyon besucht macht soweit keinen großen Unterschied. Man muss sich einer Tour anschließen, es sei denn man kann mit einer guten Kamera und – wichtig – einem Stativ aufwarten. In diesem Fall gilt man als Fotograf, zahlt 8 $ mehr als die anderen Besucher und darf dann mit dem Fotopass zwei Stunden auf eigene Faust durch den Canyon streifen. Und das lohnt sich.
Allzu lange sollte man sich allerdings beim Canyon nicht aufhalten. Die nächste Etappe heißt Monument Valley.

Monument Valley

Auch diese Sehenswürdigkeit lebt vom Licht. Also nicht getrödelt! Mit einem Tankstopp in der verschlafenen Indianerstadt Kayenta ab zum Monument Valley, bevor die Sonne zu niedrig steht. Um 18:00 Uhr wird es dunkel und wegen der Lage ist im Herbst ab 17:00 Uhr ein großer Teil des Tales im Schatten.

Mein Lager schlag ich in der schönen, nicht ganz billigen View Lodge auf. Ein von Navajo-Indianern betriebenes Hotel in spektakulärer Lage, das von jedem Balkon den Blick auf die Kulisse zahlloser Western-Filme freigibt. »Navajo Nation« nennt sich die Gegend und bildet so etwas wie eine selbstverwaltete Zone, in der fast nur Indianer leben.

Motorradreise, Monument Valley bei SonnenuntergangVon dem Versuch mit der Harley Davidson in das Monument Valley selbst hinab zu fahren kann ich übrigens nur abraten. Ich habe es versucht! Nach ca. einer Meile aber bin ich wieder umgekehrt. Die Piste ist felsig oder sandig und oft genug beides zugleich. Lieber auf dem Asphalt bleiben und eine Tour mit den Indianerjungs im Allrad buchen. Dazu aber nicht zu spät ankommen, sonst ist es mit dem Licht vorbei.

Aber nur bis zum nächsten Morgen. Bei Sonnenaufgang treibt es die Fotografen schon vor dem Frühstück wieder an die Brüstung des View Hotels, um die weltberühmten Felsen im schönsten Morgenlicht zu erwischen.

Samstag, 26.10., Etappe 5: Monument Valley – Canyon de Chelly – Chinle

Ich bleibe im Indianerland. Auf endlosen Geraden geht es mit maximal erlaubten 65 mph in Richtung Südosten nach Chinle, Arizona. Hier, nahe der Grenze zu New Mexico, wartet mit dem Canyon de Chelly eine weitere Naturschönheit. Diese ist im Vergleich mit den großen Canyons unbekannt und entsprechend wenig besucht. So kann man später einen ruhigen Nachmittag damit verbringen, an den Rändern des Canyons entlang zu tuckern und von zahlreichen Viewpoints die Schönheit vom Süd- und Nordrand zu genießen.

Motorradreise, Canyon de ChellyDie Hotelauswahl in Chinle ist begrenzt. Das Holiday Inn im Motel-Stil erfüllt alle meine Bedürfnisse, bis auf das Bier zum Essen. »Navajo nation is a dry nation« höre ich im Restaurant auf meine Bestellung hin und begnüge mich daher mit alkoholfreiem Bier.

Sonntag, 27.10., Etappe 6: Chinle – Hopi – Grand Canyon

Motorradreise, Indianisches KunsthandwerkDer nächste Tag meiner Motorradreise führt mich auf dem Highway 264 durch das Hopi-Indianerreservat. Lohnenswerte Stopps sind die Tafelberge bei Keams Canyon und das Hopi Museum bei Second Mesa. Leicht komme ich dort mit den Hopi-Leuten ins Gespräch und erfahre allerhand über das Leben der indigenen Bevölkerung in diesem kargen Landstrich. Beim Museum gibt es schönes Indianisches Kunsthandwerk zu vernünftigen Preisen. Ich habe hinterher jedenfalls nichts vergleichbares gesehen.

Über Tuba City nähere ich mich gegen 14:00 Uhr meinem heutigen Ziel und einem weiterem Höhepunkt der Motorradreise: Dem Grand Canyon. Und wieder bleibt nur das eine Wort, das die Szenerie beschreibt: Grandios! Keines der vielen geschossenen Fotos schafft es abzubilden, was man sieht, wenn man in die Weiten der Colorado-Schluchten schaut. Wolkenschattenspiel und wechselnde Farben machen jeden Stopp am South Rim, der südlichen Kante des 450 Kilometer langen Canyons, zum Erlebnis. Ich kann mich kaum satt sehen.

Motorradreise, Colorado-Schluchten im Grand CanyonDie untergehende Sonne und damit einhergehende Kälte bringen mich allerdings wieder auf den Boden der Tatsachen bzw. des Asphaltes zurück. Ich verlasse den Park in Richtung Tusayan, fünf Kilometer südlich des Parkeinganges, wo die touristische Infrastruktur des Canyons, nebst IMAX–Kino gewachsen ist. Hotels und Motels sowie Restaurants und Läden stehen somit für die letzte Nacht meiner Motorradreise hier in ausreichender Auswahl zur Verfügung.

Montag, 28.10., Etappe 7: Grand Canyon – Route 66 – Las Vegas

Die letzte Etappe der Motorradreise ist die längste. 460 Kilometer liegen zwischen mir am Grand Canyon und Las Vegas, wo ich das Motorrad um 16:00 Uhr abgeben muss. Also früh um 7 Uhr bei 4 Grad plus in allen warmen Klamotten los, die ich dabei habe. Die Strecke immer geradeaus bis zum Horizont und leicht bergab, was folglich den Vorteil von steigenden Temperaturen hat.

Motorradreise, Harley auf der Route 66Ein kurzes Stück Interstate Nr 40 und bei Seligman auf die »Motherroad«, die »Straße der Straßen« und wie sie sonst noch genannt wird, die Route 66, die in unzähligen Liedern, Romanen und Filmen eine tragende Rolle spielt. Man kann hier eines der wenigen noch intakten Teilstücke dieser legendären Ost-West-Verbindung aus den Anfangstagen der Motorisierung des Kontinents fahren.

Relikte und Memorabilien gibt es in Seligman und Hackberry entlang der Straße zu bewundern und sind allemal einen Fotostopp wert. In Kingman, am Ende dieses Teilstückes der 66 versucht man auch die Touristen mit der Marke »Route 66« zu locken. Historisch mag das richtig sein, zu sehen ist dort jedoch kaum noch was.

Hier in Kingman gabelt sich die Straße. In Richtung Westen geht es nach Los Angeles. Ich muss aber nach Nord-Westen nach Las Vegas. Wieder geradeaus bis zum Horizont, trockene Tumbleweed-Büsche kullern vom Wind getrieben, wie im Western von links nach rechts über die Straße.

Beeindruckend: Der Hoover Dam

Motorradreise, Hoover DamLetztes Highlight unterwegs auf der Motorradreise ist der Hoover Dam. Glanz- und Prunkstück früher Ingenieurskunst, stellt er für die Amerikaner eine Sehenswürdigkeit ersten Ranges dar. Der Baustil der Dreißiger Jahre gibt selbst solch einem technischen Projekt noch noch einen gewissen »Vintage« Charme.

Die letzten Meilen auf dem Highway 95! Von weitem schon sehe ich die markanten Gebäude entlang des Las Vegas Strips in der Ebene liegen. Unverkennbar, trotzdem noch 20 oder 30 Meilen dazwischen liegen, sind Stratosphere-Tower, die Pyramide des Luxor Hotels und die goldenen Fassaden des Trump Towers und des Mandalay Bay Hotels deutlich zu erkennen.

Las Vegas in Sicht

Motorradreise, Las Vegas in SichtDie Stadt kommt näher, noch 45 Minuten Zeit bis zur vereinbarten Rückgabe des Bikes um 16:00 Uhr. Die Zeitplanung ist perfekt aufgegangen. Was tun in der restlichen dreiviertel Stunde? Na klar: Noch einmal mit der Harley Davidson »up and down the strip«.

Es folgt die unbürokratische Rückgabe des Motorrades und das Ende der Motorradreise. Steve bringt mich schließlich zurück ins Hotel. Ein Abend im Kaufrausch in den LV Premium Outlets North. Jeans, T-Shirts, Sportbekleidung – alles für ungefähr ein Drittel der Preise, die man bei uns bezahlt.

Eine letzte Hotelnacht mit einem Kopf voller Bilder und dem festen Plan: Das nächste Mal länger!

Links:
Tipps für Ihre Motorrad Reise USA ab/bis Las Vegas auf einer Harley Davidson Softail
Die Route der Motorrad Rundreise auf Google Maps.
Mit der Harley durch den Süd-Westen der USA“ auf Youtube…

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Las Vegas Story: Lichter, Sternchen und Bauboom

Las Vegas Story, Lichter bei Nacht

Las Vegas Story: Lichter, Sternchen und Bauboom

Die Las-Vegas-Lichter gehen langsam an. Ungefähr 15 bis 20 Minuten nach der offiziellen Zeit des Sonnenuntergangs. Danach dauert es ca. 20 Minuten bis zur kompletten Dunkelheit, während die Stadt sich langsam in die Nacht erhebt. Es lohnt sich einen Platz zu suchen, um diesen beeindruckenden Vorgang zu beaobachten. Vielleicht im Restaurant des Stratosphere Hotels mit bombastischem Ausblick über die Stadt.

Las Vegas Lichter

Las Vegas ist berühmt für seine Lichter, das Funkeln und die Farben. Es ist der erste Ort, an dem man auf der Durchreise ein Getränk auf Eis bestellen konnte. Und sogar serviert bekam – der Himmel auf Erden eben. Las Vegas ist für die Stars aus dem Showgeschäft das, was ein Leuchtturm ist für Seefahrer, ein Zeichen der Zeit, Zwischenstopp und Heimathafen zugleich.

Las Vegas Story

Ab 1950 war Vegas bekannt als die Stadt die niemals schläft, eine Art Lustgarten für die Filmwelt Hollywoods. Ein Platz zum Zeigen und Schauen und für kreative Pausen. Dieser Garten wollte geschmückt sein und so wurde sie eine Welt aus Licht und Spiegeln. Eine Stadt wie ein Diamant, so hart und unverwüstlich. Ein einziger Palast in der Hand von Mafiabossen, an den Eingängen umringt von zwielichten Gestalten. Im Innern durchspühlt, selbst die Adern gefüllt mit Edelsteinen, Longdrinks und großzügigen Gästen. Mit einem Dachterrassenpanorama aus schwebenden Pilzköpfen über den atomaren Testfeldern Nevadas. Die Stadt boomt!!

Las Vegas Strom

Heute gibt es die Tests nicht mehr, aber vielleicht etwas Vergleichbares. Das heißt, das Thema „Energiesparen“ darf man in Las Vegas wohl nicht vom Verbrauch her aufrollen, sondern mit Fokus auf die Erzeugung. Wer weiß, vielleicht sind es wirklich die Flüche und die Freudenschreie an den Pokertischen, die die Lichter der Stadt mit Strom versorgen.

Las Vegas Juwel

Las Vegas Story: Welcome To Fabulous Las Vegas NevadaUm Las Vegas für die Besucher noch deutlicher und von der Ferne schon sichtbar zu machen, wurde ein Schild errichtet „Welcome To Fabulous Las Vegas Nevada“. Damals ein relativ schlichter, beleuchteter Schriftzug, heute das berühmteste Licht und ein strahlendes Juwel der sich verändernden Zeiten.

Las Vegas Dauerprojekt

Denn zur Überraschung aller hat das Schild überlebt in einer Stadt, die als Dauerprojekt des Wandels entstanden und erwachsen ist. Casinos wurden gebaut, abgerissen, ersetzt durch modernere und bessere. Nur das Schild blieb stehen und leuchtete immer heller, je mehr von der Anfangszeit verschwand. Es wurde sowohl zu einer Ikone all dessen was Las Vegas heute zu bieten hat, als auch zum Zeichen der Vergangenheit. Inklusive all den kultigen Tempeln, in denen die verrücktesten Wetten über die Bühne liefen, um dann mit all den glorreichen Namen der Hotels und Casinos wieder im Sande zu verlaufen. Jedoch nicht in Vergessenheit geraten, denn Namen wie: Thunderbird, Desert Inn, Alladin, The Stardust, Frank Sinatra, Dean Martin, Sammy Davis Jr. sind noch immer in aller Munde.

Las Vegas Sterne

Las Vegas ist die Stadt der Lichter, „sin city“, Stadt der Sünde, Stadt der Galas, Tiger und Maschinenpistolen. Weil sie in sich alles gespeichert hat und wieder frei lässt, was irgenwie einmal Funken sprüht, Feuer spuckt, zu glühen beginnt oder plötzlich aufblitzt. Hier gibt es keinen Energieverlust und keine gefallenen Sterne. Und willst du die Sterne sehen, musst du mit ihnen spielen. (Holger Sasum)