Canadian Pacific Railway – Gleise durch den kanadischen Kontinent

Canadian Pacific Railway

Das Wahnsinns-Bauprojekt der Canadian Pacific Railway

Es war ein unvorstellbares Unterfangen. Eine transkontinentale Eisenbahnlinie von Ost nach West an den Pazifik über 4700 Kilometer! Kanada war riesig, die Weiten des Westens kaum erforscht, geschweige denn besiedelt. Ausgedehnte Gebirgszüge und bodenlose Sümpfe mussten vermessen und erschlossen werden. In den 1870ern Jahren lebten in der kleinen Nation Kanada lediglich 3,5 Mio. Menschen. Wie sollten diese mehr als 100 Mio. Dollar für so ein ungeheures Bauprojekt aufbringen?

Das Versprechen an die Provinz British Columbia

Den Anfang machte ein Versprechen des damaligen Premierministers Macdonald, den Siedlern im westlichen British Columbia eine Verkehrsanbindung an den Osten zu errichten. Er versprach sich durch die Eisenbahn die Schaffung eines Staates inklusive British Columbia. Ein Finanzskandal zwang ihn jedoch zum Rücktritt und das Projekt kam zum Erliegen. 1880 kehrte er zurück an die Macht und auch die finanziellen Problem lösten sich inzwischen auf. Die Canadian Pacific Railway wurde 1881 gegründet, die umgehend mit dem Bau begann. Cornelius Van Horne wurde zu deren Geschäftsführer ernannt, ein Mann mit Entschlossenheit und Erfahrung im Eisenbahnwesen.

Hektisches Bauen bis zum frühen Winteranbruch

Mitten in der Prärie begann sobald eine hektische Bauphase mit 3000 Arbeitern und 4000 Pferden. Von Winnipeg aus wuchsen die Schienen quer übers Land. Jeden Tag entluden Güterzüge am Ende der Gleise den Nachschub. In vorderster Reise arbeiteten Trupps, die das Gelände planierten und Böschungen bauten. Brückenbauer errichteten über Flüsse und Täler Holzbrücken, obwohl sie kaum mithalten konnten mit den Schienenlegern.

Canadian Pacific Railway Winnipeg

Riesige Gebirgszüge stellen sich in den Weg

Im Winter 1882 erreichte man im Westen hinter Calgary zwei unüberwindliche Gebirgszüge, die Rocky Mountains und die Selkirks. Keiner wusste, wo diese überquert werden konnten. Der Landvermesser Rogers erhielt den Auftrag, eine Route zu erkunden. Er fixierte zunächst den Kicking Horse Pass in den Rockies. Dieser galt jedoch als außerordentlich schwierig. Selbst die Indianer mieden diese heimtückische Schlucht. Nach mehreren Expeditionen in den Selkirks, die für manche Teilnehmer tödlich verliefen, gelangte Rogers schließlich auf eine Hochebene, von der die Gewässer in die entgegengesetzte Richtung abflossen. Die nach ihm benannte Passage (Rogers Pass) war gefunden und er Bau konnte weitergehen.

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Tödliche Kompromisse mangels Geld

Die aufwändigen Arbeiten in diesem schwierigen Gelände führten zu finanziellen Nöten bei der Canadian Pacific Railway. Daher beschloss man, über den Kicking Horse Pass steiler zu bauen als im Vertrag vorgesehen. Dort war das maximale Gefälle bei 2,2% festgelegt. Der 13 km lange Teilabschnitt wurde jedoch mit dem Vierfachen des Maximums errichtet, um einen kostspieligen Tunnel zu sparen. Nach den ersten unvermeidlichen Zugunglücken wurden umfangreiche Sicherheitsmaßnahmen eingerichtet. Der Anstieg war ebenso schwierig, da dafür vier große Lokomotiven nötig waren. Erst ab 1909 ermöglichten zwei Tunnel eine Umfahrung dieser gefährlichen Stelle.

Der finanzielle Kollaps naht

Am Anfang des Jahres 1885 war die transkontinentale Verbindung fast fertig, doch die nächste Finanzkatastrophe schien alles zunichte zu machen. Zudem rebellierten Siedler im Nordwesten des Landes. Zur Niederwerfung der Rebellion wurden über 3000 Milizionäre mithilfe der neuen Eisenbahn entsendet. Aber selbst nach dieser erfolgreichen Unterstützung der Regierung machte diese keine weiteren Gelder frei. Im Juli 1885 schien alles verloren. Erneute Parlamentsverhandlungen führten in letzter Minute zum positiven Bescheid für weitere Subventionen. So konnte das letzte Teilstück am Eagle Pass fertiggestellt werden, um endlich ausrufen zu können: »Alles einsteigen zum Pazifik!«

Canadian Pacific Railway Güterzug

Dies gilt jedoch seit 1978 nicht mehr. Denn seitdem ist die Canadian Pacific Railway nur noch für den Güterverkehr zuständig. Den Personenverkehr betreibt nun das Unternehmen VIA Rail mit Sitz in Montréal.

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