Dallas Texas und Fort Worth: Feinschmecker-Cowboys mit Kultur

Dallas Texas Arts DistrictWer nach Dallas Texas und Fort Worth reist, hat vermutlich viele Klischees im Kopf und wird nicht enttäuscht. Die beiden nur 50 Kilometer auseinander liegenden Großstädte haben dennoch einige Überraschungen in petto.

Das größte Kultur-und Kunstviertel der USA in Dallas Texas

Dallas Texas ist mit seinen rund 1,2 Mio Einwohnern im Vergleich zu Metropolen wie New York oder Chicago eher eine Kleinstadt. Woran es hier aber nicht mangelt ist Platz. Speziell Dallas geht in die Fläche und die Häuserblocks sind gigantisch. Mein erster Eindruck, was für eine Betonwüste!
Verlässt man Downtown Dallas bekommt man aber einen ganz anderen Eindruck. Viele Parks, Villenviertel und das größte zusammenhängende Kultur-und Kunstviertel (Dallas Arts District) Amerikas präsentieren sich dem erstaunten Besucher. Man merkt sehr schnell, dass in Dallas Geld keine allzu große Rolle spielt. Das Kultur-und Museen-Angebot ist großartig. Speziell das Dallas Museum of Art (DMA) und das The Sixth Floor Museum haben es mir angetan. Für Shopper ist die Northpark Mall mit Sicherheit eine Offenbarung, gehört diese Mall zu den größten Einkaufszentren der USA.

Ein großes Thema ist hier natürlich der Sport. Beherbergt Dallas Texas doch erstklassige Teams wie die Dallas Mavericks (Basketball) mit der deutschen Basketball-Legende Dirk Nowitzki, die Dallas Cowboys (Football), Dallas Stars (Eishockey) sowie die Dallas Rangers (Baseball). Mindestens ein Spiel sollte man sich ansehen, ein beeindruckendes Spektakel.

Fort Worth für Feinschmecker

Kulinarisch ist die Region speziell für Fleischliebhaber ein Eldorado. Fort Worth war und ist das größte Viehhandelszentrum der USA. Hier gingen von Stockyards die Viehtransporte über den Chisholm Trail nach Kansas und später direkt über den Pacific Railroad an die Westküste. Die Küche hat aber auch sehr starke mexikanische Einflüsse (Tex-Mex-Küche). Sehr lecker, sehr reichhaltig.

In Fort Worth findet man daher wohl auch das wirkliche Cowboy-Feeling. Die Damen und Herren im Cowboy-Outfit, speziell in Stockyards, dem historischen Viertel. Liebevoll restaurierte Häuser, Saloons und die älteste Rodeo-Halle des Landes. Die Texas Cowboy Hall of Fame und das Billy Bob’s Texas mit dem obligatorischen Line-Dancing, Bull-Riding und anspruchsvoller Live-Country Music sind hier zu finden und zu empfehlen. Wer es ganz stilecht haben möchte, übernachtet, wie Bonnie & Clyde, im Stockyards Hotel und nimmt seinen Lunch in der danebenliegenden H3 Ranch ein. Hier gibt es die besten Steaks.

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Harley Las Vegas bei EagleRider mieten – Erfahrungsbericht

Harley Las VegasDie Abholung meiner Harley Las Vegas beginnt schonmal bequem: Ich werde vom Hotel, in dem bereits zweimal gepennt habe, von einem Mitarbeiter zur Firma EagleRider transferiert. Nach ca. zehnminütiger Verspätung steht ein alter weißer Van vor dem Hilton. Ich vermute mal ein Ford Mitte der 70er. Ziemlich abgeschrubbt und verdengelt bildet er einen amüsanten Kontrast zu dem aufgesetzten Glitzer des vermeintlichen Luxushotels.

Harley Las Vegas bei EagleRider – Mitarbeitergeschichten

Es geht den Strip Richtung Süden bis zur Tropicana, in die biegt der Fahrer nach rechts ab. Es staut sich fortwährend und wir haben Zeit ein wenig zu plaudern. Der Fahrer erzählt mir, dass es so das ganze Jahr geht. Also wie in jeder anderen Großstadt auch oder? Nicht ganz, dazu kommen ja noch die Millionen an Touristen.
Und tatsächlich: Gegenüber den 600.000 Einwohnern stehen unfassbare 42,9 Millionen, die Las Vegas 2016 besucht haben (Quelle: Las Vegas Sun).

Ich frage ihn weiter, ob es ihm trotz der vielen Besucher gefällt in Vegas zu leben. Ja, denn die konzentrieren sich ja alle rund um den Strip. Außerhalb davon sieht man so gut wie keine. Das beste an der Stadt ist, dass es so unglaublich viele Events gibt. Man kann jeden Tag auf ein anderes Konzert, zu verschiedenen Veranstaltungen gehen. Ständig finden interessante Messen, bedeutende Ausstellungen statt. Alle Stars und berühmten Künstler kommen nach Vegas. Klingt plausibel, so hatte ich das noch nie gesehen.

Las Vegas ist auch eine ganz normale Großstadt

Nachdem er vor dem Orleans Hotel nach links in die Arville Street einschwenkt, wird es ruhiger. Eine ganz normale US-amerikanische Großstadt tut sich auf. Irgendwie irritierend, wenn man sich ausschließlich im künstlichen Strip-Theater aufhält. Immer gerade aus an typisch amerikanischer einstöckiger Bebauung vorbei, mit einem Meer an Teer für Parkplätze. Schon bald sind wir am Ziel, an der 7660 Dean Martin Drive, bei EagleRider Harley Las Vegas. Vor dem Laden unzählige Bikes, im Shop dasselbe.

Ankunft bei EagleRider Harley Las Vegas
Harley Las Vegas, Eagle Rider Shop

Da ich nach meiner Wiederkehr in ein anderes Hotel umziehen werde, habe ich mein Gepäck dabei. Für die Aufbewahrung wird im ersten Stock ein Raum vorgehalten. Dort stelle ich meine halbleere Reisetasche – das meiste sind ja Mopedklamotten, die ich jetzt anhabe – zu bereits vorhandenem Gepäck. Erstes Problem gelöst.
Harley Las Vegas, Eagle Ride Gepäckaufbewahrung

Da ich in Deutschland vorgebucht hatte, waren die Formalitäten mit Drivers License und Visa Card problemlos. Draußen vor der Tür wartet meine hübsche mattschwarze Harley Sportster. Ein Mitarbeiter geht anschließend mit mir raus und weist mich in die Maschine ein, mit der ich die nächsten sieben Tage verbringen werde. Auch das unkompliziert und schmerzlos.

Helmprobleme

Komplizierter ist die Sache mit dem Helm. Ich habe natürlich meinen nicht mitgebracht, da ich davon ausgegangen bin, dass ein Motorradverleiher auch ein Helmverleiher ist. Dem ist auch so. Einen ganzen Raum rummsvoll mit Helmen gibt es hier. Aber leider nur Calimero-Eierschalen. Nix mit Visier, geschweige denn integral. Ist vermutlich uncool, somit nicht standesgemäß für eine Harley. Heißt: Bei so einem Helm muss ich mir eine Sonnenbrille kaufen. Nicht nur als Schutz vor der Sonne, sondern vor allem um Staub, Sand und Insekten von den Augen fernzuhalten.

Harley Las Vegas, Eagle Rider Helme

Bevor ich abrausche führe ich noch ein kleines Interview mit einem Harley-Bediensteten, der mit verrät: EagleRider hat um die 800 Maschinen im Verbund, ständig ca. 100 Bikes im Verleih und hat hier in Las Vegas das Monopol. Die Firma ist auch Händler sowie Reiseveranstalter.

Die langen Geraden mit wenig Verkehr sind ideal, um ein wenig mit dem Handling vertraut zu werden. Es wird aber bereits dunkel, also zurück zum Hotel. Noch einmal schlafen, frühmorgens raus, Satteltaschen packen und zu meiner Motorradtour USA West aufbrechen.

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Biker Tour – Las Vegas vorher und nachher

Biker Tour, Las Vegas Strip Tropicana Avenue

Las Vegas für Anfänger – Vor der Biker Tour

Das erste Mal Las Vegas hab ich mir schlimmer vorgestellt: assiger, bedrunkener und hemmungsloser. Drogen, Nutten, Horden an Testosteron gepimpten Rüden jeglichen Alters und Coleur.
Im Vergleich zu europäischen Feierhauptstädten wie Berlin oder Amsterdam ist die selbsternannte »sin city« eher familientauglich. Was auch die erklärte Absicht ist, nicht nur weil finanziell interessanter.
Ich würde es eher mit einem Vergnügungspark wie Orlando bezeichnen. Da kann sich Papi sein Bier kaufen (kann das eine Sünde sein?), während Mutti und Kiz ihr Vergnügen bei Eis und Shopping-Malls haben.
Die Meile der Plastikillusionen, der Strip bietet dazu ausgefeilte Einkaufswelten, in denen einem nicht nur die weltbekannten Brands nur so um die kaufverzückten Augen und Ohren geschlagen werden.

Relaxen im Hilton

Hilton Grand Vacations Pool, vor der Biker Tour Hotel Number One vor meiner Biker Tour ist das Hilton Grand Vacations am Strip. Der edle Glitzer ist sicherlich nur Schein, im Grunde nämlich ein stockbiederes Hotel, das auf schicki macht. Trotzdem eine gute Wahl: Ohne Casino, entspanntes Flair, unaufdringliches Personal, angenehme Poollandschaft zum Abfaulen. Und mit Mikrowelle, Kühlschrank, Kaffee-/Teezubereiter alles, was man zu einem allerersten Frühstück braucht.

Ich bin kein Spieler, keine Slotmachine, kein Roulette, brauche auch kein Lotto. Denn die Wahrscheinlichkeit kommt vor dem Glück im Spiel. Und die ist gering. Glück hab ich noch weniger. Deswegen lasse ich die Finger davon. Außerdem vermute ich, dass es für hier den gemeinen Touri hinsichtlich einer realistischen Gewinnchance generell finster aussieht. Schließlich wurde diese Wüstengaudi in den 1930er Jahren von professionellen Gangstern hochgezogen.

Belangloses und Bagatellen

Biker Tour, Las Vegas SpielautomatenDas Rauchen ist in den »casino areas« der Hotels erlaubt. An den Spielautomaten sitzen vorwiegend US-Rentnerinnen. Praktisch: Pinkeln in den Restrooms der Casinos möglich.

Im Venetian-Hotelkomplex die perfekte Plastikkulisse auf italienisch, sogar Laura Pausini wimmert aus den Lautsprechern. Lustig: Die angemalten Wolken an der Decke bewegen sich beim Gehen!

Ein Fahrstuhlführer im 107 Stockwerke hohen Stratosphere Tower fährt täglich 7 Stunden Aufzug! Mit einer Stunde Pause in der Halbzeit.

Es gibt zwei Arten von Bussen, die entlang des Strips fahren: »Express«, die nur jede dritte oder vierte Haltestelle anfahren und die »Deuce«, die an jedem Abfallkorb halten.

Downtown Las Vegas: Rund um den Rummel in der Fremont Street vorwiegend Anwälte, Antikläden, Sex und Bail Bonds (Agenturen für eine Art Kautionssystem).

An nahezu jeder Kreuzung am Strip Rolltreppen, die nicht über Straße sondern straight in die nächste Shopping-Mall führen. In einer solchen ein Dialog zweier deutscher Touristinnen:
»Eva, ist das die abgezippte Hose?«
»Nein, das ist die blaue, die ich gestern gewaschen habe.«
»Ach so, ich dachte das wäre die abgezippte Hose. Mein Gott, was wir alles für Hosen dabei haben!«

Bloß weg hier!

Ich werde an meinem dritten Tag vom Hotel abgeholt mit einem alten schäbigen Van (Vintage!) und zu meiner Harley gebracht. Am darauffolgenden Morgen reite ich davon in die Weiten der Prärie auf meiner Motorradtour USA West.

Nach der Biker Tour Hardrock

Biker Tour, Hardrock Hotel EingangAnkunft Hardrock-Hotel, Fender Stratocaster-Gitarren in güldenem Massiv als Eingangstürgriffe. Innen die große Sause. Unzählige Slot Machines, Pokertische, Musik-Memorabilias, betrunkene Urlauber, Lachen, Klingeln, Glitzern, unterspült mit einem Journey-Heuler aus den 80ern.
In diesem künstlichen Alptraum reihe ich mich in die Warteschlange an der Registration ein. Drei Rocksongs später darf ich zum Check-In vortreten. Ich erwische natürlich einen Azubi. Nach dem ca. zehnten Fehler frage ich mich bei diesem Gäste-Aufkommen – hinter mir warten ungefähr 50 Rollkoffer –, ob die hier vorher keine Trockenübungen an der Software exerzieren. Mein leicht frustrierter Gesichtsausdruck lässt vermutlich seinen Lehrherrn einschreiten, der ziemlich angepisst die Anmeldung vollzieht.

Im 5. Stock im Zimmer angekommen – Enttäuschung: Ich blicke auf eine altweiße Parkhauswand. Also wieder runter zu meinem Azubi. Diesmal garniert AC/DC mein Warten. Meinem Wunsch nach einem Zimmerwechsel wird von einer schwarzen Kollegin erkennbar missmutig nachgegangen.
Zwei Stockwerke höher dann in 745 wenigstens der wirkliche »mountain view« über das Parkhauselend hinweg. Dafür brüllen auf dem Dach desselben Monsterlüftungen, die selbst bei geschlossener Fensterfront noch deftig in der Bude rumpeln. Ein landender Flieger donnert eine Handbreit übers Hotel. Super, auch noch in der Einflugschneise! Offensichtlich ist Lärm in allen Facetten Teil des Hotelkonzeptes. Weiteres Minus: Kein ansonsten übliches Kaffeemaschinchen nebst Frühstücksigredienzien vorhanden. Hier musst du alles kaufen und wirst auch ständig darauf hingewiesen. Positiv: Das Zimmer groß, das Bett fett, TV-Leinwand, alles in edlem Black & White gehalten.

Morgens nächster Zimmerwechsel

Zimmeraussicht vom Hardrock Hotel, nach der Biker TourAm nächsten Morgen entscheide ich mich für einen Zimmer-Upgrade, nachdem ich erfahren habe, dass dieser lediglich $ 20 pro Nacht kostet. Ich wechsle folglich auf die andere Gangseite und zwei Stockwerke höher in die 906, bezugsfertig aber erst ab 2 p.m. Der Ausblick von hier: Die palmengesäumten Pools des Hotels, im Norden begrenzt vom Quergebäude. Westlich der Strip, wo sich das Paris, Venetian und Linq mit Riesenrad sowie das Encore und Wynn in einer Skyline von hinten zeigen. Schon bedeutend besser. Aber wieder: Von einem niedrigen Seitendach lärmt ein kreisrundes Lüftungsmaul mit ca. einem Meter Durchmesser. Keine Chance! Selbst die Partymucke, mit der die Palmenlandschaft beschallt wird, kommt hier oben nicht dagegen an.

Der Weg zum Strip erscheint mir elend lang, weil auch ich in diesem Open-Air-Rummelplatz den optischen Täuschungen erliege. Ein Zeitstopp verrät: nur 20 Minuten bis zur Kreuzung Harmon/Strip, also ca. eine Meile. Die riesigen Hotelkomplexe sehen viel näher aus als sie sind.
Die relative Entfernung zum Strip ist für das Hardrock vermutlich ein Vorteil. Das hält die Gäste im Hotel und sie geben ihr Geld dort aus. Schließlich sind solche Burgen eigene Ferienstädte mit allem, was man eben so braucht: Unterhaltung und Party in allen Schikanen sowieso. Essen, Trinken, Einkaufen, Sport, Wellness, Pool und Sonnenbaden etc. – da muss man nirgendwo anders hin.

Möchte ich aber!

Biker Tour, Las Vegas Strip TouristenDer permanent-lautstarke Rummel geht mir nach den einwöchigen, herrlichen Naturerlebnissen mit der Harley ziemlich aufs Gebälk. Im Gegensatz zur Biker Tour ist das hier nur alkoholisiert zu ertragen. So wie beispielsweise das Oktoberfest. Eines der zehn Gebote hier im Hotel: Du sollst trinken! Nix da, schräg gegenüber auf der anderen Seite der Paradise Road gibts einen 24/7 CVS. Dort versorgen sich, wie ich schnell feststelle, zahlreiche Hotelgäste mit Stoff. So auch ich. Mit meinem »liquored & malted« Bier mit immerhin 8.1 Volt in der Büchse, mache ich mich auf zum Abendspaziergang und lasse mich von den gut gelaunten Tourimassen am Strip anstecken.

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Motorradtour durch den Westen der USA

Motorradtour USA West, Monument Valley

Meine Motorradtour USA West – ein Reisebericht

8. Oktober: Abholen der Harley Davidson in Las Vegas

Geklappt hat alles wunderbar zum Ortstermin beim Motorradverleiher am Dean Martin Drive in Vegas. Da sind sie ja gut, die Amis. Mit einer Mischung aus professioneller Organisation und sehr aufmerksamem Kundenservice sitzt mein Hintern keine Stunde später auf dem Sattel einer echten amerikanischen Harley, fertig für meine Motorradtour USA West.

Ich habe mir von zuhause aus das preiswerteste Modell – eine Sportster – ausgesucht. Einerseits, weil ich Purist bin und mir die abgespeckte Harley am besten gefällt. Andererseits sind diese Bikes hinsichtlich der Verarbeitung im Grunde sowie alle gleich. Nämlich grundsolide, traditionell und konsequent in ihrer Vermeidung von Plastik und anderem japanischen Kram. Richtig männlich im Klang und eine saubere Verarbeitung, die rein auf Stahl und Gusseisen basiert. Also alles das, was echte Männer cool finden. Selbst ich.

Boulder City – Tuyasana / Grand Canyon

Boulder City, FrühstückDen Zweizylinder-V-Motor starte ich am nächsten Morgen recht früh, so dass ich 30 Meilen und sonnige 45 Minuten später schon in Boulder City/Nevada bin. Es ist 8 Uhr, kein Mensch auf den Straßen in diesem aufgehübschten Touristenörtchen.
Im historischen Zentrum betrete ich ein Frühstückslokal. Dort brummt hingegen der Bär, ein Faustschlag aus Lärm empfängt mich. Am letzten freien Tisch bestelle ich mein zweites Frühstück: Pancake mit gebratenem Schinkenspeck, Cream Cheese und einem Spiegelei. Dazu Wasser pur, den amerikanischen Wasserkaffee ertrage ich nicht. Die Waitress professionell freundlich, aber angenehm.

Da die Sportster dummerweise einen winzigen Tank hat, steuere ich hier schon mal die erste Tanke an: 50 mi, 1.1 Gal., $ 3.75. Nach langem, ödem Geradeaus durch steppenartige Wüste, vorbei am Hoover Dam – was bitteschön ist so spannend an einem Staudamm plus halb gefülltem Stausee? – und an einer Abfahrt namens »Lake Mead Beach«, Ankunft in Kingman. Typisches Tankstellen- und Pinkelpausenkaff, das nur aufgrund des Verkehrs existiert. Hier der nächste Tankstopp (es werden noch viele folgen!): 138 mi, 1.36 Gal., $ 3.06.

Das Aus der Motorradtour?

Und dann dachte ich, das wars jetzt mit meiner Motorradtour: Der Harley-Motor stirbt zweimal ab im laufenden Betrieb, nicht zu fassen! Einfach so! Ich rolle jeweils an den Straßenrand, warte kurz, dann springt er jedoch wieder an und ich fahre weiter.

Peach Springs im Indianerreservat der Hualapai. Um sicher zu gehen: 198 mi, 0.91 Gal., $ 2.84. Danach das Straßendorf Williams, das von Kopf bis Fuß auf Touris eingestellt ist mit einer Mischung aus Route 66 und Cowboy-Romantik. Tanken (4): 271 mi, 1.42 Gal., $ 4.53. Dahinter ab ins nördlich gelegene Tusayan, kurz vor dem südlichen Eingang des Grand-Canyon-Nationalparks, der übrigens 24 Stunden auf hat.

Um 17 Uhr steht also die Sportster vor meinem Hotelzimmerfenster im Best Western-Hotel Tusayan, das mich mit abgewohnter, muffiger Atmosphäre umhüllt. Nicht schlimm, das Plüschige erinnert mich vielmehr an alte US-TV-Serien aus den 80ern, über die ich in meiner Jugend gerne ab und an mal beölt habe.

Sonnenaufgang im Grand Canyon – Page

Grand Canyon SonnenaufgangTag 2 meiner Motorradtour USA West beginnt schon um 5 Uhr im Dunkeln, weil ich ja unbedingt den »sun set« im Canyon sehen will. Kaffee aus kleiner Maschine, die im Zimmer bereitsteht, mitgebrachtes Müsli aus Pappbecher. Gemeldete Außentemperatur: 9 Grad C. Kein Wunder, wir befinden uns auf über 2.000 Metern Höhe! Also zwei Hosen übereinander, zwei Paar Socken. Draußen alles beschlagen, der Harley-Sattel pitschnass.

Meine Visa-Card im Eintrittshäuschen hat schon mal nicht funktioniert, also einfach so rein. Ist ja noch kein Mensch da. Im Finstren auf irgendeinen Parkplatz, in irgendeinen Shuttle-Bus zu irgendeinem Aussichtspunkt an der Canyon-Kante. Mit einsetzender Dämmerung ist es aber leider vorbei mit dem Alleinsein. Wahrscheinlich hatte ich die alle nur nicht gesehen. Jedenfalls füllen sich die »view points« am »southern rim« beträchtlich und schnell. Der Sonnenaufgang himself selbstredend spektakulär bei klarer Luft und dementsprechend hervorragender Sicht.

Grand Canyon South Rim ViewpointIch wandere danach den Trail entlang der Kante westwärts, es wird zunehmend ruhiger. Nach ca. einer Stunde und unzähligen sinnlosen Fotos springe in einen roten Shuttle-Bus, den ich am »Mohave Point« wieder verlasse. Neben der kunstvollen Mondlandschaft kann ich zum ersten Mal das akustische Nichts wahrnehmen, diese unvergleichliche Stille genießen. Zugleich versinke ich in Demut ob dieser hunderten von Millionen Jahren Erdgeschichte, die da so nackt und ausgebreitet vor mir liegen. Meditation ist angesagt.

Flagstaff und Bikerglück

Als ich danach gegen 9 Uhr abrausche, sind alle Parkplätze voll, die Autoschlange vor den Kassenhäuschen zweispurig mindestens einen Kilometer lang. Also Horror. Um 11 Uhr check ich aus dem Hotel aus, weiter mit meiner Motorradtour. An der Abzweigung nach Flagstaff stoppe ich auf einen – na was wohl? richtig – Tankstopp (5): 365 mi, 1.49 Gal., $ 4.50.

In Flagstaff erwartet mich ein hübsches historisches Zentrum und der Hausberg Mount Elden als Teil der San Francisco Peaks. Lange Ausfallstraße, gesäumt von Business und Antikläden. Da ich ja zum Tanken in den USA bin: 451 mi, 1.4 Gal., $ 3.75.

Motorradtour USA West, Richtung PageUngefähr 70 Meilen hinter Flagstaff beginnt eine Show für mich und mein Moped. In leuchtend atmosphärisches Nachmittagslicht getauchte, rote Sandsteingebirgszüge, davor hellgrünes Buschwerk mit knallgelben Blüten, darüber hellblaues Dach. Eine Farbkomposition, die die einsetzenden Rückenschmerzen jedoch vergessen lässt. Mit Elan knattern die Harley und ich entlang dieser malerischen Szenerie und sind glücklich.

Das Braunkohlekraftwerk in Page

Kurz vor Page in Arizona dann aber zu spät für ein Foto-Shooting am Colorado Horseshoe. Sowohl die Sonne als auch das Flusstal zu tief. Page selbst ist ein ziemliches Dreckloch. Von weitem empfängt es schon seine Gäste mit einer grünlich-braunen Dunstglocke, die von drei nahegelegenen Schornsteinen eines Braunkohlekraftwerks generiert werden. Und das inmitten dieser urtümlichen Landschaft!
Der Ort selbst: Eine laute, kurvig geschwungene Durchgangsstraße, gesäumt mit Fresslokalen, Tankstellen, Hotels, Supermärkten und Bibelvereinen aller Art. Meine Travellodge am Ende dieser Durchfallstraße, wo alle Achtzylinder schön Gas geben. Es blubbert in der Bude, in der geschmacklosen, aber egal, reicht zum Pennen.

Toadstool Hoodoos / Utah

Toadstool HoodoosNach der Schlacht ums Frühstücksei in der dafür vorgesehenen, viel zu kleinen Frühstücksbutze starte ich meine Motorradtour in den sonnigen Tag. Highlights wie Antelope Canyon, Rainbow Bridge, Lake Powell locken mit Versprechungen. Die Touristenmassen hier lassen mich hingegen zu einem so genannten Geheimtipp fliehen, den Toadstool Hoodoos in Utah.

Auf der 89 ein kurzer Halt am Lake Powell: Entrance fee $ 20! Hallo…? Sind ja schlau, die Amis. Machen aus jedem Stausee, der eigentlich ein Infrastrukturprojekt darstellt, eine »recreation area«, einen Nationalpark, eine Zweitverwertung. Bumm, und schon halten sie die Hand für Dollars auf, die alten Spätkapitalisten.

Hoodos: Könnt ihr andere Touristen auch nicht leiden? Dann müsst ihr da auch nicht hin. Um 10 Uhr noch zu zehnt, kommen mir beim Verlassen des Geländes Massen entgegen. Das zum Thema Geheimtipp.

Colorado River im Horseshoe Bend

Colorado Horseshoe BendNochmal der Horseshoe Bend, diesmal mittags, diesmal Licht bis runter zum Fluss. Runter heißt hier wirklich runter: 300 Meter! Nicht eine Sicherung am Abgrund, nicht einmal ein Warnhinweis. Unvorstellbar bei uns, die wir fest in Händen der Versicherungswirtschaft sind. Hat mich jedenfalls tief (!) beeindruckt, die amerikanische Saarschleife.

Keine 4 Meilen entfernt vom Kohlekraftwerk finde ich kurz davor den berühmten Antilope Canyon. Dabei fahre ich in gar keine Schlucht. Von außen ist das lediglich eine unspektakuläre Erdritze, durchtrennt von einer Straße. Auf der einen Upper, auf der anderen Straßenseite Lower Canyon. Die dazu gehörenden Parkplätze natürlich gerammelt voll. Ich entscheide mich für einen späteren Zeitpunkt des Tages und hoffe auf weniger Besucherandrang.

Wieder auf meinem Bock cruise ich zurück in Page durch das »old quarter«. Ja, so etwas gibt es tatsächlich in diesem ansonsten trostlosen Kaff. Das ist eine Wohngegend mit ein paar altmodischen Motels (schade, in so einem hätte ich lieber übernachtet). Interessant: Vor den ältlichen Einfamilienhäusern kann man zahlreiche Oldtimer bewundern. Also eher Automobilmuseum als Altstadt.

Antelope Canyon Erdritze

Motorradtour Antelope CanyonKurz vor 3 p.m. wieder Richtung Kraftwerk. Jetzt weniger los. Ich zahle erstmal $ 8 Eintritt für ein Stückchen Indianerland, auf dem die schmale Harley ein paar Stunden stehen darf. Dann an einem der beiden Touranbieterhäuschen $ 20 gelatzt. Ich entscheide mich für die Bude, die ranziger daherkommt und weniger Autos auf dem Teil des Parkplatzes zählt. Vor mir eine bayerische Familie, hinter mir drei Japanerinnen, dazu noch ein paar weitere Figuren, die nach und nach die erforderliche Gruppenzahl von 15 befüllen. Wir warten im Schatten auf den Guide. Ein lauter Lachkrampf der Bayerntruppe bringt mich zu der Entscheidung, eine Tour später zu nehmen (3.30).

Bingo! Wir sind nur zu dritt. Mit einem sympathischen Pärchen Mitte 20 aus Florida mache ich mich mit dem indianischen Guide (Warum haben die Jungs eigentlich alle so vernarbte Gesichter?) auf zum Einstieg in die Erdspalte. Diverse Aluleitern bringen uns nach unten in die bizarre Welt der von Wasser und Sand grotesk-geschliffenen Felsformationen. Angenehm ruhig und leer und nur zu viert bewegen wir uns entlang der Ritze von einer Windung zur nächsten. Laut unserem Führer war dies alles aufgrund von starken Regenfällen und den daraus folgenden hüfthohen Spülungen nur Tage zuvor überhaupt nicht begehbar. Regen also Businesskiller.

Unser Indianer-Guide entpuppt sich als kenntnisreicher Fotograf und macht Aufnahmen mit meinem popeligen Samsung-Smartphone, von dem ich gar nicht wusste, dass so etwas möglich ist. Fotografieren ist überhaupt das große Ding hier. Ich bin der einzige, der diese in steilen Sonnenstrahlen getauchten, extravaganten Felswindungen mit bloßem Auge bestaunt. Und entzückt ist! Nach ca. einer Stunde über die Aluleitern wieder hoch in die Hitze und zurück zur Harley, die schon sehnsüchtig mit dem Auspuff wedelt. Apropos: Mal wieder tanken (7): 559 mi, 1.8 Gal., $ 5.1.

Bootfahren auf dem Lake Powell zur Rainbow Bridge

Bootfahren auf dem Lake PowellMontagmorgen: Anstellen für das Boarding zum Bootstrip »Lake Powell – Rainbow Bridge«. Das Ticket für schlappe $ 125 am Tag vorher noch besorgt. Naja, Bootfahren ist Bootfahren, steh ich einfach drauf. Um mich herum eine Horde Kinder, die alle losstürmen für die vermeintlich besten Plätze. Ich warte ab, hinter mir vier gackernde Chinesinen mit ihren seltsamen Lauten. Dann gehts los und die manische Fotografiererei um mich herum beginnt sofort nach dem Ablegen.

Ich zwicke mir einen freien Sitz im Achterschiff neben einem großen Karton. Bei näherer Betrachtung entpuppt sich dieser als die Verpflegungsstation, prall gefüllt mit Getränken, kleinen Snacks und knallroten Äpfeln. Und schon werde ich gefragt, ob man zugreifen dürfe. Mit ernstem Crew-Gesicht entgegne ich zum Spaß »No, later please!«. Keiner traut sich, anscheinend werde ich tatsächlich als Blockwart der Bootsmannschaft wahrgenommen. Das Vergnügen hält aber nur kurz, denn keine 10 Minuten später brechen alle Dämme und der Buffetkarton wird gnadenlos geplündert.

Ein netter alter Steward mit leicht gerötetem Gesicht zeigt mir ein altes Foto, auf dem ein Flieger über dem Lake zu sehen ist, aus dessen Bodenklappe hunderte von Fischen fallen. Naturierung auf amerikanisch.

Spektakulär wirds, als das Boot in den engen und kurvigen Rainbow Bridge Canyon einbiegt. Bauchig geschliffenes, weiß bis rosa farbenes Felsgestein zum Greifen nah. Nach mehreren Spitzkehren in diesem engen Gewässer docken wir an ein Ponton an und werden endlich entlassen.

Rainbow Bridge und Elisa Upchurch

Rainbow Bridge im GegenlichtFür ein paar tourifreie Fotos stell ich schonmal den Turbolader an und düse die eine Meile zum Objekt der Begierde. Wow! Mitten in einer breiter werdenden Schlucht empfängt der natürlich geschliffene Halbkreisbogen mit über 80 Metern Höhe seine Bewunderer. Und: Elisa Upchurch, Parkrangerin in entsprechend karnevalistischem Outfit, die mir erstmal klar macht, wer hier die Chefin ist. Leider lässt sie mich nicht auf die andere Seite des Naturwunders, das von hier nur im Gegenlicht fotografiert werden kann. Ich gebe trotzdem mein Bestes, bis ich mich nach einer Stunde als letzter Elisa verabschiede und die Site verlasse.

Ankunft gegen 2 p.m. Ich schwinge mich endlich auf meine Harley und donnere los. Natürlich tanke ich nochmal in Page (681 mi, 2.04 Gal., $ 5,75). Nach all den vielen Menschen und der Enge auf dem Boot empfinde ich das Kurvenziehen in der weiten Landschaft mit dem angenehmen Fahrtwind als besonders intensiv. Brause durch Navajoland, das zunehmend arid und karg wird. Von der 98 biege ich nach links auf den U.S. Highway 160 in Richtung Kayenta (Tankstopp 9: 780 mi, 1.85 Gal., $ 5.00). Die touristische Infrastruktur zeigt auf, dass es nicht mehr weit sein muss ins Tal der Monumente.

Bühnenbild Monument Valley

Monument Valley FelsformationUnd tatsächlich, nach ein paar Meilen auf der 163 Richtung Norden stehen schon die ersten »monuments«. Welch eine Szenerie! Ich verlangsame das Tempo und tuckere leicht bergab auf eine eindrucksvolle Felsformation zu, die allein und mitten in der weiten Landschaft steht. Es wird aber noch besser. Denn das wirkliche Malboro-Feeling kommt auf, als die felsigen Hauptdarsteller aus unzähligen Westernfilmen um die Ecke biegen. Dieses Bühnenbild ist einerseits so abstrakt und außerirdisch, andererseits durch unzählige Cowboy-Streifen so vertraut. Ich verstehe, dass genau das den einzigartigen Reiz dieser Kulisse ausmacht.

The View Hotel hat dort mittendrin das Monopol und die volle Kontrolle über das Business. Schlafen, Restaurant und $ 10 Landschaftseintritt. Weit und breit kein Supermarkt, keine Tankstelle, kein Alkohol. Nach ein wenig Herumfragen dann doch: Auf der anderen Seite der Hauptstraße, 7 Meilen entfernt vom Bett, die Goulding’s Lodge (mit »John Waynes Zimmer«!) inklusive Tanke und Grocery. Natürlich gleich für den morgigen Ritt tanken (10): 828 mi, 0.8 Gal., $ 2.25. Übrigens auch hier kein Stoff, da noch immer Navajo Nation Reservation. Also fällt das Sunset-Bier aus, macht nix. Es gibt ja noch den Sonnenaufgang. Ohne Bier.

Monument Valley SonnenaufgangDen verbringe ich sehr früh morgens auf einem Hügel hinter dem Hotel. Nach dem Sternenzelt wird so gegen Viertel nach sieben der Schauplatz in gleißend-rotes Sonnenlicht getaucht, was das sowieso schon rötliche Gestein zum Glühen bringt. Ich werde fast blind ohne Sonnenbrille, kann aber auch nicht wegschauen. Zu gigantisch ist das weltweit einmalige Panorama.

Die schönste Strecke der Motorradtour

Mexican HatMeine Harley und ich verlassen Arizona und tuckern rauf nach Utah, das gleich hinter dem Valley beginnt. Vorbei am Mexican Hat, einem drolligen Schnippstein, nur ein paar hundert Meter von der Straße entfernt, Wechsel auf den U.S. Highway 316. Bikers Traum erwartet mich: klein, kurvig und sogar mit einem Pass ausgestattet. Von dort oben eine irre Aussicht auf die grenzenlose Ebene. Die weitere Fahrt auf dem Plateau führt durch Buschgrün, niedrige Bäume, immer roter werdendes Gestein, sinnigerweise »Red Canyon« genannt. Rote Sandsteinriesen weisen den Weg nach Hite, einer Geisterstadt auf der anderen Seite des Lake Powell. Immerhin mit einer lebendigen Tankstelle (943 mi, 2.07 Gal., $ 7.30), Mein 2.5 Gallonen »großer« Tank sagt mir, das war knapp. Natürlich ging mir schon meilenweit vorher die Muffe…

Motorradtour EisenbrückeEine fotogene alte Eisenbrücke führt über den Colorado River. Hier mit ordentlicher Breite und einigen Paddlern im lehmigen Nass. Weiter auf dem kurvenreichen Asphalt bis ca. 30 Meilen vor Hanksville. Dann wieder nur Weite, endlose Horizonte mit schnurgeraden Teerlinien. Alles wie gemacht für den Harleyfahrer. Wunderbar diese Motorradtour, ich freue mich des Lebens! Übermut lässt mich den Gasgriff hochziehen. Ich brettere mit 80 mi/h dem nächsten Halt entgegen (Hanksville/12: 996 mi, 0.83 Gal., $ 2.66).

Motorradtour Straßenverlauf, KurvenDanach wechseln sich Apokalypse-Landschaften mit lieblichen, grün garnierten Straßenverläufen ab, alles unter einem immerblauen Himmel. Meine Augen weiden. Dementsprechend stoppe ich alle Arschlänge und versuche diese entzückenden Ansichten in Fotos zu frieren. Noch immer kaum ein Fahrzeug auf der Straße.

Enge Schluchten im Capitol Reef Nationalpark

Schlucht im Capitol Reef NationalparkIm Visitor Center des Capitol Reef Nationalparks empfiehlt man mir den »scenic way«, den ich nach dem Check-In natürlich sofort befahre. Grandios-bizarre Gesteinsformationen aller Coleur in später Nachmittagssonne. Am Ende eine Schotterpiste, die zu einem Parkplatz führt. Ein Fußweg durch eine steile und höchstens 10 Meter enge Schlucht zeigt Petroglyphen an den Felswänden. Nach ca. 20 Minuten ein kleiner Höhenweg, an dessen Ende natürliche Wassertanks zu bewundern sind. Wieder ziemlich übernatürlich das alles. Vor allem in der klaustrophobischen Enge der Schlucht, in der nun kein einziger Sonnenstrahl mehr, sondern eine Art graues Nichtlicht den Weg weist. Kein Mensch hier außer mir. Check-Out aus dem Nationalpark, ich donnere nach Sonnenuntergang in Richtung Torrey, wo im Broken Spur Hotel inmitten exzessiver Cowboy-Romantik ein Nachtlager auf mich wartet.

Motorradtour PanoramafahrtNach handfestem Frühstück mit Countrymusik, bei stürmischem Wind wieder rauf auf den Bock, erstmal den Durst der Harley löschen (1.089 mi, 1.67 Gal., $ 6.00). Dann weiter nach Boulder, die als letzte Stadt der USA eine Straßenverbindung bekam. Und erneut eine völlig andere Szenerie: Eine bildschöne bergige Panoramafahrt durch einen knallgelben Indian Summer unter stahlblauem Gewölbe. Nach dieser euphorischen Abfahrt auf meinem gusseisernen Gefährt sofort wieder ein Szenenwechsel. Auf einmal alles steingrau und furchig, der Grand Escalate Nationalpark. Nach Henrieville folgt Cannonville, dort tanken (14: 1189 mi, 1.4 Gal., $ 4.10).

Steinskulpturenschönheiten im Bryce Canyon Nationalpark

Bryce Canyon Nationalpark, AussichtIm weiteren Verlauf der Motorradtour ein erster Vorgeschmack auf den Bryce Canyon Nationalpark mittels oranger Steinskulpturenschönheiten entlang der Straße. Deren Farbe ist eigentlich weiß, verfärbt sich aber durch Eisenanteile. Auf der Stichstraße links nach wenigen Meilen das Eingangstor des Parks. Dort werden geschäftstüchtige $ 25 (Autos $ 30) aufgerufen. Es folgt ein unspektakuläres, bewaldetes Hochplateau, irgendwann beginnen die »view points« mit angeschlossenen Parkplätzen.

Bryce Canyon Nationalpark OrgelpfeifenIch brause die ganze Chose entlang, nach über 20 Meilen ist dann Schicht. So habe ich mir erstmal einen Überblick verschafft und kann die Aussichtspunkte von hinten abfahren. Dort am Ende ein »overlook« über die scheinbar endlose Weite der Ebene, gesät mit den imposanten Orgelpfeifen aus orangem Sandstein. Bergketten am Horizont, die mich schon seit Tagen begleiten. Am schönsten dazu die Stille. Lediglich vereinzelte Tiergeräusche, ein Fiepen eines Greifvogels, ein Krächzen einer Krähe, deren Flug sogar zu hören ist mit einem zarten Federrauschen…

Grand Canyon North Rim

Der North Rim ist eigentlich ein Betrug. Des Touristen begehrlicher Ort befindet sich nur in einem Seitental des großen Canyons. Neidisch blicke ich gen Süden zum South Rim. Nur gut, dass ich da vor fünf Tagen schon war (fünf Tage erst?). Der Schluchtenschieler hier an der Nordkante wird vergleichsweise enttäuscht. Ist aber eine Frage der Reihenfolge: Wenn du hier anfängst, bist du entzückt, umgekehrt – so wie ich jetzt – ernüchtert.

Zentralisierte Infrastruktur, dadurch überteuert. Eine Örtlichkeit mit großer Lodge und verteilten Hütten, Restaurant, Imbiss, Saloon, Touri-Info – that’s it. Hier finden sich deutlich weniger Touristen ein, aber durch die Ein-Punkt-Konzentration auch keine Möglichkeit, ihnen zu entfliehen. Ist aber nicht so schlimm, da ich hier größtenteils amerikanische Touristen wahrnehme.

Grand Canyon North Rim ViewpointEine kleine Wanderung rüber zu einem weiteren Seitental ist eine willkommene Abwechslung am nächsten Morgen. Angeboten werden auch Wanderungen ins Tal vom South zum North Rim und umgekehrt in 12 Stunden. Ach ja: In den Hütten kein WiFi, kein TV! Wie hält das ein Amerikaner aus?

Ende der Motorradtour – Back to Vegas am 16. Oktober

Ein bisschen öde, dieselbe Strecke Richtung Kanab wieder zurückfahren zu müssen. Aber es gibt nur eine Straße, die zum North Rim führt. Nach dem Erlebnis South Rim hätte ich mir die Nordseite auch schenken können. Denn es ist nicht nur die Langeweile des selben Weges, sondern die Strecke selbst ist ziemlich trist. Wenigstens konnte ich noch ein paar Mal ordentlich tanken: North Rim (1542 mi, 2.1 Gal., $ 7.36). Hurricane (1628 mi, 1.5 Gal., $ 4.50), an der Interstate 15 (1715 mi, 1.61 Gal., $ 5.00) und schließlich (Nr. 18) in Las Vegas vor der Rückgabe meiner Harley (1776 mi, 1.3 Gal., $ 4.00).

Ich habe in St. George noch einmal übernachtet, bevor ich dann auf der 15er Autobahn volle Sahne ins heiße Vegas zurückgebrettert bin. Von wegen in Amerika muss man so schleichen. Die erlaubte Höchstgeschwindigkeit dort sind 80 Meilen pro Stunde, was ja immerhin fast 130 km/h sind. Die bin ich geballert, jedoch fortwährend überholt worden. Also packt eure Badehosen voller irriger Meinungen wieder ein und fahrt für einen Update mal selber hin zu den Amis.

Hier die Route meiner Motorradtour zum Nachgucken. Mehr über Las Vegas als Mopedstart- und Landeplatz findet ihr hier

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Einmalige Erlebnisse in der Region der Großen Seen

Großen Seen, Chicago Lake MichiganSechs US-Bundesstaaten säumen die Ufer der fünf Großen Seen, die die größte Binnenwasserfläche der Erde bilden. Sie liegen im Grenzgebiet der USA und Kanada und sind durch deren Größe reich gesegnet mit einzigartigen Naturlandschaften. Ob Abenteuerurlaub in den Wäldern der Region, Wassersport wie Kanufahren, Fahrradtouren oder Bergsteigen – die Großen Seen bieten auch für jede Sportart die richtige Umgebung.

Die Großen Seen und Chicago

Doch nicht nur die Natur an den Großen Seen ist beeindruckend, auch einige Städte an deren Ufern sollte man sich nicht entgehen lassen. Allen voran Chicago, die drittgrößte Stadt der USA. Sie ist nicht nur wegen den beeindruckenden Wolkenkratzern ein lohnendes Ziel. Besonders als Musikmetropole ist die Stadt weltweit bekannt. Hier entstand nämlich ein besonderer Stil der Bluesmusik, durch den Zuzug schwarzer Arbeiter aus dem Süden der USA, der „electric blues“. In unzähligen Clubs in der Stadt können Sie diese noch immer gefragte live Musik erleben.

Aber auch für Kunstinteressierte ist die drittgrößte Stadt der Vereinigten Staaten ein wahrhaftiges Mekka. Der berühmte Millennium Park, die Skulpturen von Picasso, Chagall, Miro – unter anderen am Daley Plaza – sowie zahlreiche Kunstausstellungen lassen jedes Herz eines Kunstliebhabers höher schlagen. Beliebt ist das ehrwürdige Museum of Science and Industry besonders wegen seiner einzigartigen interaktiven Ausstellungen.

Die Großen Seen und Detroit

Detroit wird gerne als die Welthauptstadt der Automobilindustrie bezeichnet, da sich hier die Zentralen von Ford, General Motors und Chrysler befinden. Nach wirtschaftlich schwierigen Jahren erfindet sich Detroit derzeit neu. Die Stadt ist Anziehungspunkt für viele junge, kreative Leute. Es gibt zahlreiche Bars, Clubs und eine lebendige Musikszene. Eine große Zahl alter Backsteinbauten in Downtown wurden kernsaniert und erstrahlen heute in neuem Glanz.

Traditionen in der Region der Großen Seen

Abwechslung gefällig? Genießen Sie die Gastfreundlichkeit der Amish People, die Kutschen statt Autos fahren, sich altmodisch kleiden und kein Internet brauchen. Oder nehmen Sie an einem indianischen „Pow Wow“ teil. Bei diesen Veranstaltungen treffen sich traditionell nordamerikanische Indianer und Nicht-Indianer, um gemeinsam zu singen, zu tanzen und die indianische Kultur zu ehren.
Einmalige Erlebnisse, derer Sie auf einer Große Seen-Rundreise teilhaben können.

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Alaska – Spektakuläre, einzigartige landschaftliche Schönheit

Alaska BuckelwalAlaska ist einzigartig auf dieser Welt mit seiner außerordentlichen landschaftlichen Schönheit. sowie seinen gigantischen Gletschern aus der Eiszeit. Noch heute ist vielerorts Unberührtheit zu spüren, die selten geworden ist. Das Land bietet mit seiner Vielzahl an Aktivitäten für jeden etwas. Für den rauen Abenteurer genauso wie für den sanften Naturliebhaber. Eine Rundreise ist ein unvergessliches Erlebnis und die beste Gelegenheit, Land und Leute kennenzulernen. Spektakuläre Ausblicke, unberührte Seen und hoch aufragende Berge tragen alle ihren Teil zum überwältigenden Eindruck bei, den die atemberaubende Natur vermittelt.

Der Alaska Purchase

Im Jahre 1867 kauften die Vereinigten Staaten das Territorium von Alaska von den Russen für $ 7,2 Millionen (ca. 2 Cent pro Hektar) ab. Das Geschäft fädelte der damalige Staatssekretär William H. Seward (1801-1872) ein. Viele Jahre lang wurde dieser Deal als „Seward’s Folly“ (Sewards Dummheit) genannt, weil man Alaska lediglich als ein gefrorenes Ödland und das Ganze somit als schlechtes Geschäft betrachtete. Dass es sich um eine der reichsten Ressourcen der Vereinigten Staaten für Gold und Öl handeln würde, stellte sich erst später heraus. Es dauerte bis 1959, bis das Gebiet ein Bundesstaat der USA wurde.

Alaska in Zahlen

Der nordwestlichste Staat der USA ist mit 1,72 Mio. km² fast fünfmal so groß wie Deutschland. Mit gerade mal 740.000 Einwohnern – so viel wie Frankfurt am Main – ist der größte Bundesstaat der USA äußerst dünn besiedelt. Da nimmt es auch kein Wunder, dass hier 17 Nationalparks beheimatet sind, die zwei Drittel der Fläche aller Nationalparks der USA ausmachen.

Von Gebirgszügen und Vulkanen hin zu ungebändigten Flüssen und weiter Tundra, die Landschaften der Nationalparks in Alaska bieten enorme Erholungs- und Besichtigungsmöglichkeiten. Berühmt ist der Wrangell-St. Elias Nationalpark, einer der größten des Landes mit vielen Highlights.

Alaskas größte Stadt Anchorage

Anchorage ist Alaskas größte Stadt. Die moderne Großstadt mit knapp 300.000 Einwohnern liegt zwischen dem Cook Inlet und den Chugach Mountains und ist es wert, ausgiebig besucht zu werden. Einerseits, um die Kulisse der Chugach Berge, deren Gipfel teilweise im Sommer immer noch schneebedeckt sind, zu bestaunen. Andererseits wegen der bemerkenswerten Vielfalt an kulturellen und gastronomischen Angeboten sowie den vielfältigen Einkaufsmöglichkeiten.

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Neuengland – das europäische Amerika und der Indian Summer

Neuengland Indian SummerGehen Sie auf Entdeckungstour in Neuengland! Die charmante, geschichtsträchtige Region im Nordosten der USA hat viel zu bieten. Herrliche Nadel- und Laubwälder, weiße Sandstrände, pittoreske Dörfer, Leuchttürme mit „Persönlichkeit“ und faszinierende Städte. Dazu berühmte Familiennamen, die jeder kennt: Kennedy, Vanderbilt, Rockefeller…. Viele bekannte Dynastien aus Politik und Wirtschaft residierten hier in zum Teil noch erhaltenen, imposanten Landsitzen.

Neuengland – das europäische Amerika

Neuengland ist der europäischste Teil der Vereinigten Staaten. Vielleicht gefällt es deswegen gerade vielen Europäern auch so gut dort. Man fühlt sich ein wenig an heimische Gefilde erinnert – und ist doch weit weg von zu Hause. Sehr amerikanisch hingegen geht es zum Beispiel in Massachusetts zu, an dessen Küste vor über 350 Jahren die Mayflower mit den Pilgervätern an Bord landete und damit den Gründungsmythos der USA etablierte.

Neuenglands Metropole Boston

Die strahlende Metropole Massachusetts (und ganz Neuenglands) ist Boston, die älteste Großstadt Amerikas. Geschichte begegnet einem auf Schritt und Tritt. Noch heute können die Kirchen und Versammlungshallen aus alten Ziegelsteinen besichtigt werden, in denen um 1770 leidenschaftliche Debatten für und gegen die Unabhängigkeit abgehalten wurden. Vor allen Dingen ist Boston angesagt und unterhaltsam. Als Heimat vieler der besten Colleges und Universitäten Amerikas leben hier viele Studenten, die Tag und Nacht zur lebhaften Atmosphäre der Stadt beitragen.

Besonders der Indian Summer ist die Hochsaison für die Region. Kein Wunder, denn dann strahlen die Wälder in buntem Laub und tollem Licht um die Wette. Ein imposantes Schauspiel, dass es so prächtig nirgendwo sonst gibt.

Wann ist die beste Reisezeit für den Neuengland Indian Summer?

Die „fünfte Jahreszeit“ ist meist von Mitte September bis Mitte Oktober. Das Farbenspiel beginnt im Norden früher, im Süden etwas später. Da die Temperaturen im Herbst neuengland_indiansummer600erheblich fallen, die Regentage jedoch noch überschaubar sind, bietet sich daher der September für die beste Indian Summer-Reisezeit an.

Aber egal, zu welcher Jahreszeit man durch die Region reist: Neuengland präsentiert sich immer wie ein Amerika aus dem Bilderbuch!

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Südstaaten – eine Reise zwischen Historie und Moderne

Südstaaten Herrenhaus„Dixieland“ – diesen liebevollen Namen geben die Amerikaner ihren Südstaaten, und da klingt jede Menge Musik mit! Tatsächlich ist eine Reise durch die klassischen „Konföderierten“, wie die Region im amerikanischen Bürgerkrieg des 19. Jahrhunderts hieß, auch immer eine Reise zum Ursprung populärer musikalischer Stile, die die Welt bis heute begeistert hört. Blues und Jazz, Rock’n’Roll und Country. Alles charakteristische Musikrichtungen aus dem Süden der USA, die noch heute die dortigen großen Metropolen wie Nashville, Memphis oder New Orleans prägen.

Südstaaten-Metropole New Orleans

Die Südstaaten haben jedoch noch viel mehr zu bieten, wie zum Beispiel New Orleans. Dort gibt es eine wunderbare Altstadt zu entdecken, das „French Quarter“. In seinen einmaligen Gebäuden aus der französischen sowie der spanischen Kolonialzeit befinden sich zahlreiche urige Läden sowie einladende Jazz-Kneipen. Hier, an der Mündung des majestätischen Mississippi, scheint die Zeit ein wenig still zu stehen. Wenn auf dem Strom die prächtigen Schaufelraddampfer vor der untergehenden Sonne gemächlich vorbeiziehen, könnte man fast glauben, Tom Sawyer und Huckleberry Finn biegen jeden Moment um die nächste Ecke, wie immer zu frechen Streichen aufgelegt.

Geschichte und Moderne in den Südstaaten

Eine Art wehmütige Nostalgie liegt hier überall in der Luft. Sowohl beispielsweise in den eleganten Vierteln von Charleston als auch im geschichtsträchtigen Savannah. Dort findet man sie noch, die alten, säulenbesetzten Herrenhäuser mit ihren kühl im Schatten der Bäume liegenden Veranden. Ganz wie man es aus dem Film „Vom Winde verweht“ kennt.

Doch neben all der historischen Merkmalen hat die Moderne natürlich Einzug gehalten, wobei man geschickt die Waage hält zwischen Tradition und dem Leben im 21. Jahrhundert. Der konservative und scheinbar abgelegene „Old South“ hat zu Mainstream-Amerika aufgeschlossen, sich jedoch nicht ganz von der Vergangenheit verabschiedet. Das Bild vom knarzigen alten Charmeur, wie es so oft in Liedern verwendet wird, passt noch immer – und man wird ihm überall begegnen.

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Texas Highlights: Faszinierende Städte und Naturschönheiten

Texas Highlights Big Bend NationalparkTexas Highlights – Ein Land der Kontraste

Sowohl Meeresstrände und Prärien als auch Wälder, weite Ebenen, Bergketten und Wüsten gehören zu den Landschaftsformen in Texas, dem flächenmäßig zweitgrößten Staat der USA. Und mitten drin in dieser überwältigenden Natur glänzen faszinierende Städte, deren Namen jeder kennt.

Faszinierende Städte in Texas

Zum Beispiel Dallas mit seinen glitzernden Wolkenkratzern und gepflegten Restaurants. Ganz anders Austin mit seiner Alternativkultur oder Houston, wo man der Raumfahrtgeschichte Amerikas hautnah begegnen kann. In Fort Worth hingegen kann man noch echte Cowboys sehen und regelmäßig Rodeos und Viehtriebe nach Wildwest-Manier bestaunen.

Texas ist eben anders als der Rest der USA. Man ist hier noch stolz darauf, einstmals eine eigne Republik gewesen zu sein. Daher rührt auch der sympathische Beiname des Staates: „The Lone Star State“.

Heute steht der Bundesstaat natürlich für seinen Ölreichtum, jedoch zunehmend auch für seine großartigen Natur-Highlights, die immer mehr Menschen aus aller Welt entdecken. Die Vielfalt ist schlicht überwältigend.

Texas Highlights – grandiose Natur

Genießen Sie überraschend romantische Strände am Golf von Mexiko oder die Chihauhau-Wüste im Big-Bend-Nationalpark mit ihren Yuccas und faszinierenden Kakteenarten. Wandeln sie auf alten Postkutschen-Pfaden im Guadalupe-Nationalpark, wo sich mit dem gleichnamigen „Peak“ auch der höchste Berg des Landes (2.700 Meter) befindet.

Texas ist Feinschmecker-Land – das ganze Jahr über

Von Chili-Kochwettbewerben bis zu Straßenfesten finden in Texas unzählige Events statt, bei denen die typische Tex-Mex-Küche stets im Vordergrund steht. Und wenn Sie etwas ganz Besonderes suchen, gönnen Sie sich eins der weltbekanntes Texas-Barbecues – es lohnt sich!

Am besten bereist man diesen großen Bundesstaat an der Grenze zu Mexiko mit dem Auto. Hier finden Sie Näheres über eine Mietwagenrundreise mit allen Texas Highlights…

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Olympic Nationalpark – Der letzte große Urwald im Nordwesten der USA

Olympic Nationalpark Urwald600Urwälder und Riesenbäume im Olympic Nationalpark

Ein besonderes Highlight ist der Olympic Nationalpark im Staat Washington, „ganz oben links“ auf der USA-Karte. Der wilde Norden der Vereinigten Staaten zeigt sich hier von seiner schönsten Seite. Schon 1938 gegründet, wurde der Park 1981 zum UNESCO-Weltnaturerbe erklärt. Er erstreckt sich über eine Fläche von ca. 4.000 Quadratkilometern und liegt im westlichen Teil des Bundesstaates auf der Olympic-Halbinsel. Betritt man den Park, ist der erste Eindruck der einer völlig unberührten, nahezu vorweltlichen Natur. Und dieser Eindruck bleibt! Urwälder bedecken weite Teile der Region, in denen bis zu 100 Meter hohe Riesenbäume und rauschende Gebirgsflüsse das Bild der Landschaft prägen. Ferner befinden sich im Westen die letzten großen Regenwälder der gemäßigten Klimazone. Zum Park gehören auch rund 100 Kilometer wilde Küste am Pazifischen Ozean.

Olympic Nationalpark mit seiner beeindruckenden Bergwelt

Im Sommer sind natürlich klassische Outdoor-Aktivitäten wie Wandern, Rafting oder Klettern angesagt. Hingegen im Winter ist der Park von besonderem Reiz, da Wintersportler hier ganz ideale Bedingungen vorfinden. Die alpine Parkregion liegt zentral im Park und wird bestimmt von den Olympic Mountains, deren höchste Erhebung, der Mount Olympus, eine Höhe von 2.427 Metern erreicht. Es gibt zehn nennenswerte Gipfel in den Bergen, die zum Teil von Seattle aus, der größten Stadt im Nordwesten der USA, zu erkennen sind. Während Bergrücken und Gipfel von Gletschern bedeckt sind, erstreckt sich darunter der fast fünf Kilometer lange „Hoh Glacier“. Er entspringt aus dem gleichnamigen Fluss, der in seinem Verlauf den Regenwald am Fuße des Berges durchquert. Beliebtestes Wintersportresort ist der Hurricane Ridge auf einer Höhe von rund 1.500 Metern.

Winterfreuden am Hurricane Ridge im Olympic Nationalpark

Der Hurrican Ridge zählt zu den fünf schneesichersten Regionen in Washington. Es ist ein nicht allzu großes, dafür gemütliches Skigebiet ohne hektische Betriebsamkeit. Der Vorteil: Hier muss niemand an überfüllten Liften anstehen. Der Ridge bietet durch seine Vielzahl an breiten, geschmeidigen Pisten hervorragende Voraussetzungen für unbeschwerte Wintertage im Schnee in atemberaubender Landschaft. Und die gibt es gratis dazu. Die örtliche Ski-Schule offeriert zudem viele Kurse und Workshops, auch für einen kurzen Aufenthalt ist etwas Passendes dabei. Neben alpinem Wintersport eignet sich die Region auch wunderbar zum Langlaufen und Schneeschuhwandern. So lässt sich hier beispielsweise der Neujahrstag nach einer spritzigen Silvesternacht bestens verbringen!

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